Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Mercedes GLB: So schlägt sich das neue Elektro-SUV

Der Mercedes GLB tanzt aus der Modellreihe: Mit seinem Aussehen, der Größe und seiner Komplettheit.
Der neue Mercedes-Benz GLB: vielseitiger Alltagsheld mit Raum für SpontanitätThe all-new Mercedes-Benz GLB: a versatile everyday hero with room for spontaneity

Er hat immer noch Ecken und Kanten, nicht mehr ganz so steile, wie im Vorgänger-Modell, aber allerweil: der Mercedes GLB hat in seiner Neuauflage jetzt weichere Konturen erhalten, ist aber in seiner Erscheinung immer noch ein kantiger Pragmatiker. Sein hinterer Aufbau ermöglicht sogar sieben Sitze und macht ihn somit zum Familien-SUV, mit Allrad wird er zum Alleskönner.

Schöner Kastenwagen

Wir testen den GLB mit EQ – auch Mercedes pendelt in seinen Bezeichnungen verwirrend hin und her. Bei den neuen SUV steht wieder die Modellkategorie im Zentrum, also GLB oder GLC, ist aber ein Elektromotor drin, hängt das Kürzel „mit EQ“ dran. Unser Testwagen GLB 350 4Matic mit EQ ist demnach E-Auto, Allradler und hat als 350er-Konfiguration 260 kW (354 PS) und eine 85-kWh-Batterie an Bord. Zehn Zentimeter länger ist er im Vergleich zum Vorgänger geworden, misst also jetzt 4,73 m. Das Raumwunderattribut bekommt er durch seine Form: hinten boxig heißt hinten Raum. Wen das ein wenig an den Smart #5 erinnert, liegt nicht ganz falsch – die Autos sind quasi verwandt. Smart ist bekanntlich ein Joint Venture von Mercedes und dem chinesischen Geely.

Zurück zum GLB: Der kommt auf Wunsch sogar mit zwei Extrasitzen in einer dritten Reihe. Ehrlicherweise sind die eher für Kinder, Fuß- und Kopfraum sind beschränkt. Der Kofferraum ist sonst aber stattlich – fasst 480 Liter (beim 5-Sitzer 540 Liter); vorne im Frunk geht in die 127-Liter-Wanne auch noch was rein.

Dass wir den kastigen Look praktisch und gut finden, lässt sich nicht leugnen. Der GLB ragt aus der runden SUV-Schwemme wohltuend hervor – das gibt ihm mehr rauen Geländewagenlook, Charakter und mehr luftigen Innenraum.

Fein und digital

Dieser Innenraum ist einmal mehr eine Klasse für sich. Alles gediegen, wohlgeformt und aus einem Guss. Da gibt es keine wunderlichen Kanten oder sonderlichen Irritationen. Bei den Screens heißt es aber: klotzen statt kleckern. Das großdimensionierte Bildschirmpanorama zieht sich über das gesamte Armaturenbrett. Auch der Beifahrer kann sich somit über einen Bildschirm freuen – und da sogar Fußball-WM während der Fahrt schauen. 

Das ist deshalb möglich, weil sich der Bildschirm verdunkelt, sobald der Fahrer hinüberlugt. Das Betriebssystem nützt mit einem neuen Virtual Assistant die KI von Google und Microsoft. Es funktioniert mittels Spracherkennung ziemlich gut für Navigation, Einstellungen und sogar Wetter und Witze. Das Burmester-3D-Surround-System mit Dolby Atmos schafft eine imposante Klangkulisse.

Der neue Mercedes-Benz GLB: vielseitiger Alltagsheld mit Raum für Spontanität

The all-new Mercedes-Benz GLB: a versatile everyday hero with room for spontaneity
Der neue Mercedes-Benz GLB: vielseitiger Alltagsheld mit Raum für Spontanität

The all-new Mercedes-Benz GLB: a versatile everyday hero with room for spontaneity

Kraftvoll und leise

Kommen wir zum eigentlichen Autozweck – dem Fahren. Das 4,7-Meter-SUV ist überraschend wendig und mit den 260 kW auch spritzig. Den Standardsprint von Null auf Hundert macht der GLB 350 4Matic mit EQ kraftvoll in 5,5 Sekunden. Das alles mit gutem Überblick vom Fahrersitz aus, sanft und leise, mit einem Fahrwerk mit Verstelldämpfung, also wahlweise mit mehr Straffheit für sportliche Kurven oder mehr Komfort auf der Langstrecke.

Hervorzuheben ist auch die Anhängelast: Bis zu zwei Tonnen darf der 4Matic ziehen, das ist ungewöhnlich viel für ein E-SUV und macht sogar den Wohnwagen möglich.

Was so eine Anhängelast mit dem Stromverbrauch macht, bleibt offen. Ohne Anhänger ist der von uns gefahrene GLB aber recht sparsam, braucht 17 bis 19 kWh/100 km. Damit kommt man gut an die WLTP-Reichweite von 521 bis 614 km heran. Die maximale Ladeleistung liegt dank 800-Volt-Technologie bei 320 kW – von 10 auf 80 Prozent lädt man in 22 Minuten.

Noch zwei Nettigkeiten: Eine Show ist die Einweichfunktion der Scheibenwischer – da tanzen die Wischer amüsant über die Scheibe und „putzen“. Auch der optionale Sternenhimmel im Glasdach ist ein Hingucker. Dieses lässt sich segmentweise abdunkeln, kommt aber ohne Rollo.

Preislich spielt der GLB in der Oberliga: Benzinmodelle starten ab 52.320 Euro, E-Modelle ab 52.250 Euro. Der Testwagen kommt mit allen Extras auf 81.546 Euro.

Kommentare