Kein gutes Jahr für Porsche: Warum der Hersteller 2025 weniger Autos verkaufte
Im Geschäftsjahr 2025 hat die Porsche AG einen deutlichen Rückgang bei globalen Fahrzeugauslieferungen verzeichnet. Laut der aktuellen Presseaussendung lieferte der Sportwagenhersteller weltweit 279.449 Fahrzeuge an Kunden aus, ganze zehn Prozent weniger als im Vorjahr, als noch 310.718 Fahrzeuge abgesetzt wurden.
Der Rückgang fiel aber keineswegs gleichmäßig aus: Während Nordamerika mit 86.229 Auslieferungen nahezu das Niveau des Vorjahres halten konnte, gingen die Zahlen in wichtigen Regionen deutlich zurück. In Europa außerhalb Deutschlands sank die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge um 13 Prozent, in Deutschland selbst sogar um 16 Prozent. Besonders stark betroffen war der chinesische Markt, wo Porsche nach eigenen Angaben nur noch 41.938 Fahrzeuge an Kunden übergab – das insgesamt größte Minus von 26 Prozent. Ursachen dafür sind laut dem Unternehmen eine anhaltend schwache Nachfrage nach Luxusfahrzeugen sowie der intensive Wettbewerb bei vollelektrischen Modellen.
Auch auf dem österreichischen Markt spiegelt sich der weltweit zurückhaltende Absatz wider. Laut aktuellen Zulassungszahlen von Statistik Austria konnte Porsche im vergangenen Jahr 1.616 Fahrzeuge neu zulassen, was einem Marktanteil von 0,6 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Ende 2024 lagen die Porsche-Zulassungen in Österreich bei 1.775 Einheiten und einem Marktanteil von 0,7 Prozent, was einen Rückgang von knapp 9 Prozent im lokalen Absatz bedeutet.
Abschied von Verbrennern
Als Grund für die sinkenden Zahlen nennt Porsche eine Veränderung der internen Modellstruktur: Die Verbrennerversionen der aktuellen 718‑Reihe (Boxster und Cayman) wurden in vielen wichtigen Märkten eingestellt, weil sie die neuen Cybersicherheitsvorgaben der EU nicht erfüllten. Diese Regeln verlangen neue Sicherheitsstandards der Bordelektronik und wurden bei der bestehenden Baureihe nicht umgesetzt, weshalb diese Versionen nicht mehr neu zugelassen werden durften. Die Produktion der 718‑Baureihe wurde daher im vierten Quartal 2025 eingestellt. Gleichzeitig wurde in Europa auch die Verbrennerversion des Macan aus dem Programm genommen, da auch sie die neuen Vorschriften nicht erfüllte. An diesen Stellen standen die entsprechenden Nachfolgemodelle 2025 noch nicht in ausreichender Stückzahl zur Verfügung.
Innerhalb der einzelnen Baureihen fielen die prozentuellen Veränderungen unterschiedlich aus: Der Macan blieb mit 84.328 Auslieferungen die volumenstärkste Modellreihe und erzielte noch ein leichtes Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Macan-Auslieferungen entfielen aufgrund der neuen EU-Vorgaben auf die vollelektrische Variante. Der 911 setzte seine Position als prestigeträchtigstes Modell der Marke mit 51.583 ausgelieferten Fahrzeugen fort und erreichte einen neuen Auslieferungsrekord. Die Anzahl der ausgelieferten 718 Boxster und Cayman sank hingegen um 21 Prozent, bedingt durch das Auslaufen der Baureihen im Oktober. Der vollelektrische Taycan verzeichnete mit 16.339 Auslieferungen ein Minus von 22 Prozent, und auch der Cayenne kam mit 80.886 Einheiten auf ein etwas niedrigeres Ergebnis als im Vorjahr.
Der Macan war 2025 mit 84.328 Auslieferungen das volumenstärkste Modell von Porsche.
Elektrifizierung schreitet voran
Im Bereich Elektromobilität erreichte Porsche einen höheren Anteil elektrifizierter Autos im Auslieferungsmix: 34,4 Prozent aller gelieferten Fahrzeuge waren 2025 elektrifiziert, darunter 22,2 Prozent reine E-Autos und 12,1 Prozent Plug-in-Hybride. Damit lag der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge am oberen Ende des ursprünglich gesetzten Zielkorridors von 20 bis 22 Prozent für das Jahr. In Europa wurden erstmals mehr elektrifizierte Fahrzeuge ausgeliefert als reine Verbrenner.
Diese Entwicklung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, bei der Porsche für die kommenden Jahre auf einen Dreiklang aus Verbrennungsmotor, Plug-in-Hybrid und vollelektrischem Antrieb setzen will. Gleichzeitig betont der Hersteller, dass die Nachfrage nach individuellen Sonderwünschen und personalisierten Ausstattungen im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat.
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