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Hohe Spritpreise: Männer reduzieren Autofahrten häufiger als Frauen

Mehr E-Autos? Mehr Fahrräder? Mehr Homeoffice? Eine Umfrage zeigt, wie die Österreicher auf die hohen Spritpreise reagieren.
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Zusammenfassung

  • 39 Prozent der Autofahrer in Österreich nutzen ihr Auto aktuell seltener, 30 Prozent vermeiden unnötige Fahrten, doch 61 Prozent wollen ihre Mobilität nicht verändern.
  • 16 Prozent sehen Öffis oder Fahrrad als Alternative, während nur wenige auf Homeoffice, Fahrgemeinschaften oder andere Anpassungen setzen.
  • Langfristige Veränderungen in der individuellen Mobilität sind laut Umfrage bisher kaum geplant, trotz kurzfristiger Anpassungen durch hohe Spritpreise.

Die hohen Spritpreise infolge des Krieges im Nahen Osten zeigen erste Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten in Österreich. 39 Prozent der befragten Autofahrerinnen und Autofahrer nutzen ihr Fahrzeug aktuell seltener als noch vor einiger Zeit, zeigt eine Innofact-Umfrage im Auftrag von AutoScout24. 30 Prozent vermeiden unnötige Fahrten und versuchen, Wege effizienter zu bündeln und besser zu planen. Die Mehrheit (61 Prozent) will ihre Mobilität derzeit aber nicht verändern.

Beeinflussen steigende Spritpreise das Verhalten?

Bei der bewusst reduzierten Autonutzung gibt es der Erhebung zufolge Unterschiede zwischen den Geschlechtern - bei den Männern fahren 42 Prozent seltener, bei den Frauen sind es nur 37 Prozent.

"Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass steigende Spritpreise das Verhalten vieler Menschen beeinflussen - allerdings derzeit eher punktuell als grundlegend", erklärt der Country-Manager von AutoScout24 in Österreich, Nikolaus Menches laut Aussendung.

Öffis und Fahrrad als Alternative

Für immerhin 16 Prozent ist der Umstieg auf andere Verkehrsmittel wie etwa Öffis oder Fahrrad inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative, um unabhängiger vom eigenen Auto zu werden und Kosten zu sparen. 5 Prozent der Befragten bleiben häufiger im Homeoffice und reduzieren dadurch ihre Fahrten zur Arbeit. Lediglich 4 Prozent setzen vermehrt auf Fahrgemeinschaften, um Kosten zu teilen.

Die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) fährt unverändert weiter wie bisher - die Mehrkosten nehmen sie in Kauf. Fast die Hälfte (48 Prozent) hat sich laut Eigenangaben bisher keine Gedanken über die zukünftige Nutzung des Autos gemacht. Weitere 37 Prozent haben zwar darüber nachgedacht, planen jedoch aktuell keine Veränderungen.

Wenige wollen Mobilität auf Dauer verändern

Nur 16 Prozent beschäftigen sich konkret mit möglichen Anpassungen: 6 Prozent davon erwägen den Umstieg auf ein Elektroauto, 3 Prozent denken über ein Hybridfahrzeug nach. Ebenfalls 3 Prozent überlegen, komplett auf das Auto zu verzichten. 2 Prozent denken daran, auf ein kleineres Fahrzeug zu wechseln, 1 Prozent zieht den Verkauf eines Zweitautos in Betracht.

"Die Ergebnisse verdeutlichen, dass steigende Spritpreise kurzfristig durchaus zu Verhaltensanpassungen führen. Ob sich daraus jedoch nachhaltige Veränderungen in der individuellen Mobilität ergeben, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen", fasst Menches zusammen.

Die vorliegende Umfrage führte das deutsche Marktforschungsinstitut Innofact den Angaben zufolge heuer im April im Auftrag des Online-Automarktplatzes AutoScout24 unter 534 Autobesitzerinnen und Autobesitzern in Österreich - nach Alter und Geschlecht quotiert - durch.

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