Benzin oder Strom: So viel kostet die Autofahrt Wien-Salzburg-Wien

Für die 600-Kilometer-Fahrt berechnen wir die Treibstoffkosten für Benzin, Diesel und Strom. Wer fährt mit welchen Kosten?
Eine Person tankt ein weißes Auto mit einer grünen Zapfpistole an einer Tankstelle.

Alle reden über Treibstoffpreise – Zeit also, den direkten Vergleich anzustellen und auszurechnen, wie viel eine Fahrt Wien – Salzburg – Wien kostet, wenn man die reinen Benzin-, Diesel- oder Stromkosten heranzieht. Also die Kosten für die Energie miteinander vergleicht, ungeachtet diverser anderer Kostenfaktoren wie Anschaffungspreis, Abnützung oder Öl.

Die Rechnung

Die Fahrt von Wien nach Salzburg ist 300 Kilometer weit, hin und retour macht das 600 Kilometer. Den Verbrauch berechnen wir mit sieben Liter pro 100 Kilometer beim Benziner, sechs Liter pro 100 Kilometer beim Diesel und 20 kWh Strom pro 100 Kilometer beim Elektroauto. Für die verschiedenen Fahrzeugarten ergibt das folgende Kostenkalkulation:

– Benziner: 42 Liter Verbrauch, 1,9 Euro pro Liter. Ergibt 79,8 Euro Benzinkosten für 600 Kilometer.

– Diesel: 36 Liter Verbrauch, 2,1 Euro pro Liter. Das ergibt 75,6 Euro Dieselkosten für 600 Kilometer.

– Elektro: 120 kW Strom braucht man im Schnitt für die Strecke hin und retour, mal 0,39 Cent pro kW (Wien Energie, Tarif Start), ergibt 46,8 Euro reine Stromkosten.

Die Rechnung ergibt also mehr als 40 Prozent geringere Energiekosten für das Elektroauto im Vergleich zum benzingetriebenen Auto.

E-Interesse steigt

Eklatante Unterschiede, die den Markt für Elektroautos ordentlich in Schwung bringen. Die großen Online-Handelsplattformen in mehreren europäischen Märkten berichten seit Beginn des Iran-Kriegs von einem deutlich höheren Interesse an elektrischen Secondhand-Fahrzeugen. Die Nachfrage habe sich auf manchen Plattformen verdreifacht.

Auch bei Neuwagen gibt es merkliche Veränderungen: Während das Interesse für den Kauf eines Elektroautos bislang langsam, aber kontinuierlich gestiegen ist, haben die zuletzt stark gestiegenen Spritpreise zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage geführt. Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts verzeichnet etwa die Plattform AutoScout24 einen Anstieg der Nachfrage nach Elektroautos um rund 41 Prozent, während das Interesse an Benzin- und Dieselfahrzeugen stark rückläufig ist. Letztere sogar um 17,8 Prozent.

„Einen derart starken Anstieg in der Nachfrage nach E-Autos haben wir bislang noch nicht erlebt. Die aktuellen Entwicklungen wirken wie ein Katalysator für die Elektromobilität. Viele Konsumenten hinterfragen zunehmend die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und orientieren sich verstärkt in Richtung alternativer Antriebe. Elektroautos profitieren dabei besonders von ihrem Image als kosteneffiziente und zukunftssichere Mobilitätslösung“, erläutert Nikolaus Menches, Country-Manager Österreich bei AutoScout24.

Besonders ausgeprägt ist der Trend zum Elektroauto übrigens bei Frauen, sowie bei jungen Autofahrern zwischen 18 und 29 Jahren. In der Altersgruppe 50plus hingegen sehen rund zwei Drittel keinen Anlass, sich vom Verbrennungsmotor zu verabschieden. „Jüngere und Frauen reagieren sensibler auf wirtschaftliche Veränderungen und sind offener für alternative Antriebe“, sagt Nikolaus Menches.

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