Ambitionierte Pläne bei Leapmotor: "Sehen Vertrauen in unsere Marke"

Tianshu Xin
Der CEO von Leapmotor International über Wachstumspläne, die Rolle im Stellantis-Konzern, Produktion in Europa und die Range-Extender-Strategie.

Zusammenfassung

  • Leapmotor plant mit Unterstützung von Stellantis ein starkes internationales Wachstum und will bis 2035 rund 4 Millionen Fahrzeuge jährlich verkaufen, davon 50 Prozent außerhalb Chinas.
  • Zur besseren Marktpräsenz in Europa wird die Produktion wieder aufgenommen, unter anderem mit dem B10 in Spanien, und das Portfolio um neue Modelle mit Range-Extender-Technologie erweitert.
  • Leapmotor sieht sich als komplementäres Angebot im Stellantis-Konzern, verzeichnet in Österreich steigende Verkaufszahlen und setzt auf langfristiges Vertrauen in Europa.

Bevor Leapmotor in Europa an den Start gegangen ist, habe er mehrere Monate hier verbracht, um mit Investoren zu sprechen und herauszufinden, wie die Sichtweise auf chinesische Marken in Europa sei, erklärt uns der CEO von Leapmotor International, Tianshu Xin. „Es gibt hier drei wesentliche Punkte. Erstens: Das Vertrauen, zweitens die Verfügbarkeit von Teilen und dritte Punkt betrifft die Qualität. Was den ersten Punkt angeht, so kann ich sagen, dass Leapmotor hier ist, um langfristig zu bleiben. Wir werden nicht morgen wieder verschwinden, wie manch anderer chinesischer Hersteller. Und dass wir bereits im ersten Jahr in Europa über 800 Verkaufsstellen eröffnen konnten, zeigt vom Vertrauen in unsere Marke“, so Xin.

Das chinesische Start-up Leapmotor wurde 2015 gegründet. 2023 stieg Stellantis als Teilhaber ein und im Mai 2024 gründeten beide Parteien offiziell das Joint Venture Leapmotor International. Stellantis hält 51 Prozent an Leapmotor International. Hinter dem chinesischen Unternehmen steht Milliardär Jiangming Zhu, ein ausgebildeter Elektronik-Ingenieur.

Leapmotor

Mit dem abgelaufenen Jahr ist man überaus zufrieden. 596.555 Fahrzeuge hat man ausgeliefert, wobei der Heimmarkt China nach wie vor den Löwenanteil ausmacht. Damit ist Leapmotor im Ranking der chinesischen Hersteller an fünfter Stelle. Xin: „Von den rund 600.000 Fahrzeugen gingen 10 Prozent in den Export. Das gemeinsame Ziel von Stellantis und Leapmotor heißt, dass die Marke Leapmotor weiter wächst – sowohl in China als auch international. Unser Firmengründer und CEO hat bereits öffentlich erklärt, dass das Ziel für heuer bei einer Million liegt und es sollen etwas mehr als 10 Prozent der Käufer von außerhalb Chinas kommen. Was die langfristige Planung betrifft, so hat unser Firmengründer erklärt, dass wir bis 2035 4 Millionen Autos verkaufen wollen und das würde Leapmotor zu einem der bedeutendsten Autohersteller überhaupt machen. Von den 4 Millionen sollen dann rund 50 Prozent in den Märkten außerhalb Chinas verkauft werden.“

Produktion in Europa

Um in Europa stärker Fuß zu fassen, wird man künftig auch wieder in Europa produzieren, nachdem die Fertigung des T03 in Polen nach kurzer Zeit wieder gestoppt wurde. Den B10 werde man künftig in Spanien produzieren, bestätigt Tianshu Xin.

Das Produktportfolio wächst stetig. Gestartet ist man hierzulande mit dem günstigen Elektro-Kleinwagen T03. Dann folgten das SUV C10 und der etwas kompaktere B10. In diesem Jahr folgen mit dem B05 ein eher kompaktes E-Auto (wobei man bei Stellantis von einem Sportcoupé spricht) und ein weiteres SUV, der B03X. Der basiert auf einer neuen globalen Plattform und kommt auf eine Länge von über 4,2 Meter. Leapmotor setzt aber nicht nur auf rein elektrisch allein.

Leapmotor T03X

Kommt noch heuer: Leapmotor B03X

Die SUV B10 und C10 werden alternativ zum BEV auch mit Range Extender angeboten – heißt, es ist ein kleiner Benzinmotor an Bord, der Strom erzeugt. „Wir haben uns dafür entschieden, unsere Autos auch mit Range Extender anzubieten, weil die Ladeinfrastruktur in Europa momentan noch nicht so entwickelt ist, wie in China. Es ist eine gut funktionierende Technologie und geeignet für Kunden, die beispielsweise längere Strecken fahren wollen“, so Xin.

Ein Kannibalisierung mit den anderen Marken aus dem Stellantis-Konzern sieht der CEO von Leapmotor International nicht. Xin: „Wir sehen keine Bedrohung für andere Stellantis-Marken. Unserer Ansicht nach ist Leapmotor ein komplementäres Angebot für die anderen Marken der Gruppe und keine Kannibalisierung. Ich kann Ihnen aktuelle Zahlen aus UK geben, die besagen, dass 95 Prozent unserer Kunden neue Kunden sind. Dazu kommt, dass jedes unserer Fahrzeuge zur CO2-Bilanz der Stellantis-Gruppe beiträgt. Es ist eine Win-win-Situation.“

Österreich-Geschäft

In Österreich hat Leapmotor im vergangenen Jahr 848 Autos verkauft und Österreich-Chef Christian Bley verweist auch auf über 1.200 abgeschlossene Kaufverträge. Meistverkauftes Leapmotor-Modell war hierzulande der T03, der ersten Leapmotor, der bei uns zu haben war. Aktuell hat man 35 Händler im Land.

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