Porsche Macan GTS: Die Testfahrt fährt das Auto auch selbst

Höchste Präzision und Sportlichkeit: Der elektrische Porsche Macan GTS überzeugt mit Kraft und technischer Raffinesse. Die Testfahrt fährt der Macan auch ganz von selbst.
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Das Kürzel GTS ist Porsche-Kennern seit 1963 ein Begriff. Damals trug der 904 Carrera erstmals diese Bezeichnung, der Gran Turismo Sport war ein legendärer Rennsportwagen mit Straßenzulassung. Jetzt darf erstmals ein vollelektrischer Porsche Macan dieses Kürzel tragen und seine Sportlichkeit unter Beweis stellen. Um es gleich vorwegzunehmen: Fahrdynamik und Beschleunigung des SUV sind außergewöhnlich gut, das Geheimnis liegt in der heckbetonten Gewichtsverteilung, dem tiefen Schwerpunkt und in der perfekten Kraftverteilung.

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Nur elektrisch

Aber bleiben wir bei der jüngeren Geschichte. Porsche brachte den Macan 2014 auf den Markt, das SUV wurde schnell zum Verkaufsschlager der Stuttgarter. Seit Mitte 2024 gibt es den Macan in Europa aber nicht mehr mit Verbrennermotor, weil er die Vorschriften zur Cybersicherheit nicht erfüllt. An seine Stelle trat die vollelektrische Version. Ein Fehler, wie der damalige Porsche-Chef (und heutige VW-Chef) Oliver Blume einräumen musste. Den will man zwar korrigieren, entwickelt ein neues SUV mit Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybrid-Antrieb, das wird aber noch dauern.

Wer in Europa Macan fahren will, fährt also elektrisch oder mit einem älteren Modell. Das mag manchen Porsche-Fan irritieren, wer aber die Leistungsdaten des Macan GTS und sein Fahrverhalten objektiv testet, wird eingestehen müssen: Das ist großes Autokino und exzellent gelungen. 380 kW (516 PS) stellen die E-Motoren an der Hinter- und Vorderachse zur Verfügung, mit Launch Control sogar 420 kW (571 PS) Overboost-Leistung. Das maximale Drehmoment liegt bei 955 Nm. Das katapultiert den Macan in 3,8 Sekunden auf 100 km/h, in 13,3 Sekunden (theoretisch) auf 200.

Wie sich das alles anfühlt? Nach Porsche. Am Steuer des SUV ist die Verbindung zum Auto sofort spürbar. Das Fahrwerk macht den Unterschied, weil es um zehn Millimeter tiefer liegt und damit den niedrigsten Schwerpunkt seiner Baureihe hat. Die Lenkung ist straff und direkt, auch das ist porschetypisch. Auffällig ist die wuchtige, kraftvolle Beschleunigung, die durch die hohe PS- und Drehmomentzahl immer Reserven hat. Hinzu kommen eine Luftfederung, aktives Traktionsmanagement und Torque Vectoring (Drehmomentverteilung, also die gezielte Verteilung des Antriebs auf die inneren und äußeren Räder in Kurven), was zu faszinierender Agilität und Stabilität führt.

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Präzision a la Porsche

Das Auto ist hochpräzise. Das zeigt sich nicht nur beim Fahren, sondern auch bei den Assistenten. Das geht beim automatischen Spurwechsler so: Der Macan scannt permanent die Verkehrssituation. Betätigt man den Blinker zum Überholen, macht das Fahrzeug das Manöver und den gesamten Spurwechsel völlig selbstständig – und in perfekter Manier. Auch das Abstandhalten, Kolonnenfahren, Langsamerwerden und Beschleunigen macht das Auto allein. Das funktioniert so gut, dass man sich als Fahrerin gerne darauf verlässt.

Trotz aller Dynamik bleibt der Porsche Macan GTS ziemlich effizient: Die kombinierte WLTP-Reichweite beträgt 586 km. Unser Verbrauch lag auf der Autobahn bei 22 bis 23 kWh/100 Kilometer bei Tempo 130. Die Ladeleistung beträgt maximal 270 kW, das bringt den Akku in 21 Minuten von zehn auf 80 Prozent.

Auch die Softskills können sich sehen lassen. Gediegenes Leder-Interieur, feine Ziernähte, GTS-Schriftzüge auf den Kopfstützen. Und ein Cockpit, das nicht überfordert, sondern für Ruhe und Überblick sorgt. Serienmäßig rollt der GTS auf 21 Zoll großen Leichtmetallrädern, viele schwarze Akzente unterstreichen seine Sportlichkeit. Einziger Nachteil von so viel Exzellenz: der Preis.

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