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Meinung
09/27/2019

Österreich darf nicht Botswana bleiben

Die Untersuchung von Flugzeugabstürzen ist auf Dritte-Welt-Niveau. Daran scheint sich vorerst wenig zu ändern.

von Dominik Schreiber

Im Verkehrsministerium gibt es eine eigene Untersuchungsstelle, die mit ihren Berichten verhindern soll, dass Fluggeräte aller Art in Österreich abstürzen und Menschen dabei sterben.

Dazu zwei Quizfragen: Wie viele der zehn Mitarbeiter haben aktuell einen Pilotenschein für große Passagiermaschinen? Richtige Antwort: Einer. Und wie viele der zehn haben eine Berechtigung, einen Hubschrauber zu fliegen? Richtig ist: Kein einziger.

Das kommt nicht nur Laien spanisch vor. Die internationale Luftfahrtbehörde ICAO hat Österreichs Untersuchungsstelle geprüft und festgestellt, dass diese auf dem Niveau von Dritte-Welt-Ländern wie Botswana liegt.

Das war im Jahr 2016.

Nach acht beziehungsweise zehn Jahren sind noch immer nicht die Ursachen für die Abstürze von zwei Polizeihubschraubern gefunden. Eine Absturzserie mit Diamond-Kleinflugzeugen vor 15 Jahren harrt auch weiterhin einer genaueren Klärung.

Das Verkehrsministerium teilt dem KURIER mit, dass nun „Überlegungen zu einer Umstrukturierung der Untersuchungsstelle angestellt“ werden. Das ist gut, aber dafür ist es längst höchste Zeit. Es ist nicht mehr fünf vor 12, sondern schon 50 Minuten nach 12.