Meinung
11/26/2021

Neue Omikron-Variante: Sorge, aber kein Grund für Panik

Immerhin hat die Politik doch noch Lehren aus den bisherigen Erfahrungen gezogen und zögert endlich nicht mehr mit schnellen Maßnahmen.

von Laila Docekal

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt noch keine Hinweise darauf, dass die neue Variante, die gerade weltweit Experten, Politiker und Börsen nervös macht, gefährlicher ist als die bisherigen, die unser Leben auf den Kopf gestellt haben. Das war’s dann aber leider auch schon mit den guten Nachrichten. 

Denn nach nun bald zwei Jahren Pandemie zwischen Lockdowns, Impfdebatten und Kurzarbeit will niemand von einer Variante hören, die Wissenschafter weltweit mit Aussagen kommentieren wie "nicht gut" oder "die besorgniserregendste, die wir je gesehen haben". Und nachdem wir seit fast einem Jahr zumindest eine Impfung haben, die uns vor dem Gröbsten bewahrt, ist es auch nicht ermutigend, dass diese Impfungen gegen diese neue Variante "fast sicher" weniger effektiv sind.

Immerhin hat die Politik aber doch noch Lehren aus den bisherigen Erfahrungen gezogen und zögert endlich nicht mehr mit schnellen Maßnahmen. Reisebeschränkungen und strenge Quarantäneregeln für österreichische Rückkehrer aus den betroffenen afrikanischen Ländern werden uns bei dieser Variante, die um bis zu 500 Prozent ansteckender sein soll, aber höchstens etwas Zeit verschaffen.

Wichtige Zeit, die Wissenschafter dafür brauchen werden, um sich Klarheit zu verschaffen. Um herauszufinden, wie gefährlich uns diese "sehr ungewöhnliche Mutationskonstellation" tatsächlich werden kann. Und nicht zuletzt, um herauszufinden, ob die bisherigen Impfstoffe allenfalls angepasst werden müssen. Die bessere Vernetzung der Wissenschaftswelt seit der Pandemie spielt uns dabei immerhin in die Hände.

Umso wichtiger ist es, inzwischen jede Virusverbreitung möglichst einzudämmen – nicht nur, um eine mögliche Ausbreitung der neuen Super-Variante einzuschränken. Je weniger das Virus (in welcher Variante auch immer) zirkuliert, desto weniger Infizierte gibt es, in denen sich eine Mutation bilden kann. Das ist ja auch eines der Hauptargumente für die Impfung.

Bis es mehr Klarheit gibt, gilt jedenfalls, Ruhe zu bewahren und nicht in wilde Spekulationen und Horrorszenarien zu verfallen. Im besten Fall ist die Variante zwar ansteckender, aber nicht gefährlicher als die bisher bekannten. Selbst wenn eine Anpassung des Impfstoffes nötig ist, bleibt die Hoffnung, dass wir in einen Modus kommen, den wir von der Influenza kennen und der eine bei Bedarf jährlich angepasste Covid-Impfung erfordert. Wenn das gelingt, wäre das immerhin auch eine gute Nachricht.

laila.docekal@kurier.at

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