Bildungskatastrophe: Immer mehr Schüler können dem Unterricht nicht folgen

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Falsche Toleranz, fehlende Arbeitsanreize, Gleichgültigkeit und mangelnder Bildungswille zerstören das Schulsystem.
Martina Salomon

Martina Salomon

Die Hälfte der Wiener Taferlklassler kann nicht gut genug Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können. Das ist die katastrophale Folge einer falschen Migrations- und Integrationspolitik – oder vielmehr des Fehlens einer solchen.

Zuerst wurde geleugnet, dass die Zuwanderung von (vorwiegend) Männern aus gänzlich anderen Kulturkreisen samt ihrem zum Teil recht unübersichtlichen Familiennachzug das Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem überstrapazieren könnte. Dann hat man erwartet, mit Geld alles lösen zu können, was einen fatalen Sog in das finanziell großzügigere Wien und zu wenig Motivation erzeugt hat, Arbeit anzunehmen. Dann wurden Deutschförderklassen gemobbt, weil Kinder nicht separiert werden sollten und in gemischten Gruppen angeblich viel schneller Deutsch lernen. Ja eh, aber nur, wenn eine klare Mehrheit in Kindergarten, Vorschule oder Volksschule wirklich Deutsch spricht. Keine Rede davon. In Wahrheit bilden sich arabische, türkische, tschetschenische Sprachinseln, Deutschsprechende sind immer häufiger in der Minderheit. Mutige Lehrerinnen und Lehrer haben seit Jahren Alarm geschlagen, erzählen auch vom Kulturkampf in den Klassen.

Besonders schlimm ist, dass zwei Drittel der „außerordentlichen“ Schüler sogar in Österreich geboren sind, was kein gutes Licht auf den Integrations- und Bildungswillen ihrer Eltern wirft. Es ist anzunehmen, dass daheim den ganzen Tag TV in der Muttersprache läuft und man auch sonst unter sich bleibt. Die Communitys sind mittlerweile ja groß genug, dass eine Integration in die (einstige) Mehrheitsgesellschaft nicht mehr notwendig ist.

AMS-Chef Johannes Kopf hat wiederholt darauf hingewiesen, dass eine bessere Verteilung der Flüchtlinge das Problem entschärft hätte. Vergeblich. Daher gibt es nun 30.000 arbeitslose Asylberechtigte in Wien. Kopf sagt auch, dass „Inaktivitätsfallen“ beseitigt werden könnten, indem man zum Beispiel die Sozialhilfe so wie ein Gehalt 14-mal auszahlt – wodurch sie niedriger erscheint. Oder dass man, wenn Kinder zu versorgen sind, mehr auf Sach- statt auf Geldleistungen setzen müsste.

Ergänzend wäre zu fordern: zero tolerance für Vandalismus, Mobbing und illiberale Tendenzen. Bedingte Haftstrafen für Bandenkrieger, wie sie dieser Tage ein Gericht verhängt hat, werden wohl eher nicht abschreckend wirken. Machen wir uns doch keine Illusionen: Viele der jungen, teils von radikalen Tiktok-Predigern beeinflussten Machos verachten uns für unsere Dekadenz, unsere Familienfeindlichkeit, unsere Betulichkeit, die sie als Schwäche empfinden. „Das Ganze scheint aus den Fugen zu geraten“, schreibt Schulleiter Christian Klar in seinem Buch. Nein, es ist bereits aus den Fugen geraten.

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