Papst Leo XIV.: Der Anti-Trump in Rom
Die Osterliturgie birgt für jeden Papst die Chance, eine Botschaft an die Welt zu richten, die auch gehört wird. Da blicken alle nach Rom, an diesen Tagen haben die Ansagen des Oberhaupts der katholischen Kirche besonderes Gewicht. Für den aus Amerika stammenden Papst Leo XIV. sind es die ersten Ostern als Pontifex in der Ewigen Stadt.
Umso gespannter wartet die Kirche oder vielmehr die Weltöffentlichkeit auf seine Worte. Vor allem im Hinblick auf US-Präsident Donald Trump und dessen Krieg im Nahen Osten. Sie waren nicht laut, aber sie waren klar und deutlich. Und im Gegensatz zu den meisten Staatsoberhäuptern haben sie Linien gezogen, auf die viele schon lange gewartet haben.
Es war einerseits natürlich der erwartete Appell, dass die kriegerischen Handlungen einem Frieden weichen sollten. Es waren aber viel mehr am Palmsonntag seine Sätze über ein christliches Gottesbild, das so gar nicht in die Welt eines Donald Trump oder seines Vizepräsidenten JD Vance passt. Papst Leo XIV. sprach von einem „Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen“. Und der nicht auf die Gebete jener höre, die Krieg führen. Das hat das Weiße Haus härter getroffen, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. So sehr, dass die Pressesprecherin von Trump, Karoline Leavitt, öffentlich darauf reagierte und die Gebete für die Truppen im Ausland verteidigte.
Eine weitere Botschaft aus dem Vatikan war, dass es Menschen gebe, die glauben, absolute Macht zu haben und meinen, diese nach Belieben gebrauchen oder missbrauchen zu können. Dieser Satz fand sich in den Mediationstexten zum Karfreitag und war klar an Washington adressiert.
Dass Donald Trump diese Worte aus Rom mehr treffen als so manche noch so harte Kritik eines Staatsoberhaupts, liegt in der Bedeutung der Religion für seine Politik. Er, JD Vance und vor allem seine Förderer wie Peter Thiel geben sich fast schon missionarisch, wenn es um die Verteidigung der christlichen Welt geht. Sie benutzen die Bibel, um ihr politisches Handeln zu untermauern. Die Bewegung der Evangelikalen hat in den USA selten so viel Einfluss gehabt. Kürzlich gab es einen Osterempfang im Weißen Haus, bei dem die Bedeutung der Religion für die USA beschworen wurde. Mit seiner Administration seien die Kirchenbesuche und die Verkäufe von Bibeln gestiegen, so Trump.
Dass diese Bewegung gerne den Heiligen Vater an ihrer Seite sehen würde, liegt auf der Hand. Umso wichtiger war und ist es, dass Papst Leo XIV. in dieser Osterwoche Worte der Abgrenzung platziert hat. Auch als Mahnung an jene geistlichen Repräsentanten, denen der christliche Eifer der Trump-Administration gar nicht so unrecht ist.
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