Inflation sinkt, Preise bleiben hoch
Symbolbild
Endlich ist Österreichs Inflationsrate wieder dort, wo sie hingehört. Nämlich punktgenau beim von der Europäischen Zentralbank vorgegebenen Ziel von 2,0 Prozent. Dieser Wert gilt als optimal für die konjunkturelle Entwicklung. Nach Jahren hoher Steigerungsraten normalisiert sich die Preisentwicklung. Hoffentlich nachhaltig, denn neue Krisen und Konfliktherde können rasch entstehen und sich sofort an der Preisfront auswirken.
Und generell ist noch nicht alles eitel Wonne. Denn es wird ja weiterhin kaum etwas billiger, die Preise steigen nur langsamer als bisher. Die Menschen merken anhaltend, dass ihnen weniger im Börsel bleibt als früher. Etwa dieser Tage beim Skifahren. Die vielen ausländischen, zum Teil einkommensstarken Touristen im Land sind zwar ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zugleich treiben sie die Preise auch für Einheimische in die Höhe und machen es der Mittelschicht immer schwerer, Urlaub im eigenen Land zu machen oder in einigen Gebieten leistbar Essen zu gehen. Daher sind Gastronomie und Hotellerie weiterhin Preistreiber Nummer eins.
Auch beim Einkauf im Supermarkt bessert sich die Lage kaum. Wenig im Wagerl, dafür trotz eingelöster Rabatte und Pickerl eine hohe Rechnung. Der Kampf gegen Shrinkflation und Österreich-Aufschlag ist ehrenwert, aber wegen des geringen Wettbewerbs im Land nur von zweitrangiger Bedeutung. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel (mit Schwerpunkt auf Obst und Gemüse wie Spargel oder Quitten) ab Juli wird auch keine große Entlastung bringen.
Wer den entsprechenden Rechner auf kurier.at bemüht, wird auf höchstens rund acht Euro im Monat für einen Haushalt kommen. Besser zwar als nichts, aber in Summe werden 400 Millionen Euro dafür aufgewendet. Keine Kleinigkeit angesichts der klammen Budgetlage. Erneut wird mit der Gießkanne Geld verteilt, um einen Wunsch des schwächelnden SPÖ-Chefs Babler zu erfüllen. Sein eigener Finanzminister hatte davon abgeraten, die ÖVP war noch in der vergangenen Legislaturperiode dagegen.
Die Bundesregierung lobt sich selbst kräftig für die rückläufige Inflation und begründet diese mit ihren beschlossenen Maßnahmen. Dabei ist ein Großteil noch gar nicht in Kraft. Vielmehr ist ein statistischer Effekt bei den Strompreisen der Hauptgrund. Apropos Energie: Die neuen (politisch gewünschten und) verbilligten Tarife von Verbund, EVN und nun auch Energie AG sind eh nett, unterbieten aber nicht alternative Anbieter. Und die Reduktion der Energieabgabe ist vorläufig auf ein Jahr befristet.
Nicht zuletzt sorgen Bund und Länder selbst mit Preissteigerungen (Klimaticket, Ortstaxen oder Strafen) dafür, dass die Inflation weiterhin am Köcheln bleibt.
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