Kern ist ein Symptom des Unruheherds SPÖ
Christian Kern hat ein politisches Comeback nicht nötig. Er muss sich die öffentlichen Grabenkämpfe nicht antun. Er kann außerhalb einer Partei, die Wahl für Wahl Niederlagen einsteckt, in Umfragen absackt und deren vermeintliche Spitzenvertreter erhebliche Schwierigkeiten haben, in TV-Auftritten ihre politische Existenzberechtigung zu erklären, einen mehr als soliden Lebensunterhalt bestreiten.
Dass der 60-Jährige dennoch gegen Andreas Babler antreten wollte, haben zuerst viele nicht geglaubt. Zurecht: In der mühevollen Regierungsarbeit mit ÖVP und Neos wäre auch Kern nach wenigen Monaten verblasst – sofern er überhaupt gestrahlt hätte. Und bei vorgezogenen Neuwahlen hätte er genauso hohe Chancen gegen Herbert Kickl gehabt wie Andreas Babler: gar keine.
Warum Kern mit dem Gedanken spielte, ausgerechnet jetzt die SPÖ zu übernehmen, bleibt mysteriös. Ihm aber vorzuwerfen, er habe Unruhe in die Partei gebracht, ist nicht fair. Der Herd des Chaos ist und bleibt die SPÖ selbst. In dem Fall waren es mehrere Landeschefs, die Kern bezirzten und eine Medienkampagne forcierten. Fortsetzung garantiert.
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