© APA/GEORG HOCHMUTH

Kommentar
11/24/2019

Der Triumph des Hermann Schützenhöfer

Die steirische VP hat - im Sog der Bundespartei - wieder Platz eins erobert. Ob das Ergebnis auch Rückenwind für Türkis-Grün im Bund bedeutet, bleibt abzuwarten.

von Rudolf Mitlöhner

Nun hat er es also geschafft. Und es ist ein für heutige Verhältnisse mehr als respektables Ergebnis, das Hermann Schützenhöfer da für die steirische Volkspartei eingefahren hat und mit dem er ihr den über Jahrzehnte als Erbpacht betrachteten ersten Platz im Land zurückerobert hat.

Die knapp 39 Prozent, die die ÖVP bei den Nationalratswahlen Ende September erreicht hat, galten als heimliche, gleichwohl fast unschaffbare Messlatte für die Landtagswahlen. Nun ist die Steirer-VP deutlich näher an diesen Wert herangekommen als sie hoffen durfte.

Gewiss segelt Schützenhöfer auf der türkisen Erfolgswelle, welche ihrerseits sich fast ausschließlich der Person Sebastian Kurz verdankt. Aber es ist doch auch ein persönlicher Triumph des lange im Schatten stehenden Hermann Schützenhöfer. Er war unter den Krainer-Kronprinzen der Unspektakulärste, wenn man so will: Biederste. Die Attribute „brillanter Kopf“, „Querdenker“ etc. mit denen etwa Gerhard Hirschmann und Herbert Paierl bedacht wurden, wollte auf ihn nicht so recht passen.

Seriosität und Redlichkeit

Aber er war verlässlich, berechenbar, seriös und redlich – und hat alle anderen politisch überdauert. Wenn man Schützenhöfer zuhört, hat man den Eindruck, es ist ihm ernst mit dem, was er sagt. Schützenhöfer zeichnet aus, was man altmodisch „Weltanschauung“ nennen könnte. Sollte das von den Wählern belohnt worden sein, wäre das nicht die schlechteste Botschaft dieser Wahl.

Die SPÖ hätte es noch schlimmer erwischen können. Angesichts ihrer derzeitigen desaströsen Lage kann Michael Schickhofer mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden sein. Sein Ausspruch kurz vor der Wahl, die Parteichefin Rendi-Wagner könne kommen, wenn sie will – weil jeder kommen kann, auch Trump, sagt freilich ungefähr alles über die tektonischen Erschütterungen, denen diese Partei ausgesetzt ist.

banner_wahl_steiermark.png

Im bundespolitischen Trend

Die Freiheitlichen sind indes nicht mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon gekommen. Das Ergebnis ist auf dem für die FPÖ traditionell guten steirischen Boden ein katastrophales. Immerhin war die FPÖ bei Nationalratswahlen auch schon einmal stärkste Partei in der grünen Mark.

Apropos Grün: Auch der Erfolg der Landesgrünen liegt im bundespolitischen Trend, wenngleich die Hoffnungen hier noch höher geschraubt gewesen sein mögen.

Eine schwarz-grüne Koalition im steirischen Landtag ist – selbst wenn sie sich ausgehen sollte – dennoch unwahrscheinlich; nicht zuletzt, weil Hermann Schützenhöfer als einer der letzten Großkoalitionäre gilt.

Für die Betreiber und Sympathisanten von Türkis-Grün im Bund wird das steirische Ergebnis sich freilich als Rückenwind lesen lassen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.