Trump, der Chef-Disruptor, wird die Welt auch 2026 aufmischen

 US-Präsident Donald Trump
Was die Irrlichtereien des US-Präsidenten so gefährlich machen: So mach anderer Staats- oder Regierungschef könnte sich angespornt fühlen, Trump und dessen Turbulenzen nachzueifern.
Ingrid Steiner-Gashi

Ingrid Steiner-Gashi

Vor genau zwei Jahrzehnten, im Jahr 2006, wagte ein Zukunftsforscher einen Blick ins Jahr 2026: Dass China da als größte Volkswirtschaft der Welt die USA abgelöst haben würde, hat sich als nur eine der zahlreichen Fehlannahmen erwiesen. Die vielleicht lustigste davon: Rund um eine geopolitisch mächtig gewordene Europäische Union würden sich an die 70 Staaten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten scharen und so würde die EU weltweit ein extrem einflussreicher Player werden.

Nun, es kommt meist anders, als Zukunftsforscher oder Kartenleser oder Kristallkugelgucker prognostizieren. Aber eines lässt sich für das junge Jahr 2026 mit Sicherheit sagen: 

US-Präsident Donald Trump wird wieder für Turbulenzen sorgen – und die müssen auch nicht nur schlechte Folgen zeitigen.

Der Chef-Disruptor der Weltpolitik träumt ja auch vom Friedensnobelpreis, was so viel bedeutet wie: Er muss es schaffen, Kriegsparteien wie etwa die Ukraine und Russland irgendwann tatsächlich an den Verhandlungstisch zu bringen.

Aber Systematik geht dem Herrn im Weißen Haus ab, und Durchhaltevermögen zählt auch nicht gerade zu den Stärken des 47. US-Präsidenten. Deshalb weiß man nie so genau, was kommt – und ob das Angekündigte auch nächste Woche noch gilt.

Der Nachteil von Trumps Irrlichtereien liegt darin, dass auch so manch anderer Regierungs- oder Staatschef angespornt werden könnte, ähnlich zu handeln.

Von China etwa sind keine Kompromisse zu erwarten, was seine Handels- und Wirtschaftspolitik betrifft – und was seinen gestrengen Blick auf Taiwan angeht, schon gar nicht. Dass sich Peking die Insel mit Gewalt holt, scheint allerdings auch 2026 eher weit her geholt. Dass China es den USA nachmacht, wenn diese Venezuela mit einer Ölblockade belegen, liegt da schon viel näher.

Und was macht Europa?

 Es hat heuer viele Hürden zu überwinden: Seine Wirtschaft und Verteidigung stärken. Sich stärker auf die eigenen Füße stellen – also das umsetzen, wovon Europa schon seit Jahren redet.

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