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Leitartikel
11/06/2019

Auf dem Weg von Bregenz nach Wien

Vorschnelle Schlüsse aus der Vorarlberger Regierungsbildung auf den Bund sind nicht angebracht.

von Rudolf Mitlöhner

Zwei Wochen später gewählt – und schon fertig mit der Regierungsbildung. Sondierungsgeplagte politische Beobachter mögen ein wenig neidvoll ins Ländle blicken, wo sich ÖVP und Grüne auf eine Fortsetzung ihrer Koalition verständigt haben. Und er passt auch ins Bild der schaffensfrohen Vorarlberger, die gegenüber den gemütlichen Wienern die Nase vorn haben.

Aber ein solcher Vergleich zwischen Vorarlberg und Bund ist nur sehr bedingt zulässig. Die Bildung einer Bundesregierung ist einfach aufgrund der ungleich komplexeren Aufgaben entsprechend schwieriger und herausfordernder als die einer Landesregierung. Atmosphärisch mag vom Bodensee ein inspirierendes Lüftchen nach Wien wehen, viel mehr wird es letztlich nicht sein.

Interessant ist, dass die Vorarlberger VP auf ein klassisches Asset bürgerlicher Politik verzichtet hat, die „Null-Schulden-Politik“.