Meinung
05/29/2021

Am Immobilienboom mitnaschen

Nicht jeder kann sich ein Haus oder eine Wohnung leisten, um von Vermietung oder Wertsteigerung zu profitieren. Doch es gibt Alternativen.

von Robert Kleedorfer

Seit Jahren steigen in √Ėsterreich die Immobilienpreise. Nicht nur wegen des verst√§rkten Zuzugs und der sich daraus ergebenden gr√∂√üeren Nachfrage, die auf ein zu geringes Angebot trifft. Sondern vor allem auch, weil Investoren Betongold als sicheren Hafen auserkoren haben. Dies wurde auch in der Pandemie wieder  sichtbar. Zwar erfahren infolge von Homeoffice und Webshopping B√ľro- und Handelsfl√§chen zum Teil Abwertungen. Aber gewohnt werden muss immer. Und Geld zum Veranlagen ist auch viel da, schlie√ülich kann es Pandemie-bedingt kaum ausgegeben werden. Die Sparquote hat sich seit dem Vorjahr fast verdoppelt.

Nun ist es nat√ľrlich nicht so, dass jeder ein paar Hunderttausend Euro auf der Kante liegen hat, die er sofort in den Kauf einer Wohnung stecken kann. Doch es gibt Investmentmodelle f√ľr die kleine Brieftasche. So ist es ab 250 Euro m√∂glich, sich √ľber sogenanntes Crowdfunding an Immobilien aller Art zu beteiligen. Die Branche boomt, es gibt laufend neue Projekte.  Die Renditen  klingen mit bis zu rund sieben Prozent und mehr bei einer Investitionsdauer von zwei bis vier Jahren angesichts der anhaltenden Nullzinsen fantastisch. Zahlungsverz√∂gerungen und Ausf√§lle gebe es kaum, so die Anbieter. Wo liegt da also der Haken?  

Nun, auch hier gilt es, die Basisregeln des Kapitalmarktes zu beachten. Wer das (eigentlich unkomplizierte) Crowdinvesting nicht versteht, soll die Finger davon lassen; detto, wem eine um Geld werbende Gesellschaft nicht geheuer ist. Und nat√ľrlich nicht alles auf eine Karte setzen, sprich die Gelder auf mehrere Projekte aufteilen. Denn bei einem Totalausfall ist das gesamte Kapital weg. Da es oft Aussch√ľttungen w√§hrend der Bauzeit gibt, d√ľrfen sich Anleger    auch laufend √ľber kleinere Ertr√§ge freuen. Und das macht die fehlenden Zinsen am Sparbuch vergessen.

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