Türkei: "Bis Jahresende 2024 wollen wir Inflation auf 38 Prozent senken"

Türkei: "Bis Jahresende 2024 wollen wir Inflation auf 38 Prozent senken"
Die türkische Zentralbank hat sich entschlossen, den Leitzins bei 50 Prozent zu halten. Die Inflation lag zuletzt bei 71,6 Prozent.

Die türkische Zentralbank hält trotz der hohen Inflation im Land den Leitzins stabil. Sie beschloss am Dienstag, den geldpolitischen Schlüsselsatz bei 50 Prozent zu belassen.

Befragte Ökonomen hatten unisono damit gerechnet. Die Notenbank hatte den Leitzins zuletzt im März erhöht - und zwar um 5 Prozentpunkte. Die Teuerungsrate lag zuletzt trotz einer leichten Abschwächung noch bei 71,6 Prozent.

"Bis Ende 2025 liegt unsere Zielvorstellung bei 14 Prozent"

Allerdings rechnen die Währungshüter damit, dass die Preise im Laufe der zweiten Jahreshälfte nicht mehr so stark steigen. Damit wäre nach Ansicht von Ökonomen im vierten Quartal Spielraum für eine lockerere Geldpolitik gegeben.

Dennoch bleibt die Notenbank auf der Hut und ist auch zu einer Straffung der Geldpolitik bereit, sollte sich der Ausblick wider Erwarten eintrüben. Mit Billigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Zentralbank den Leitzins seit Juni 2023 um 41,50 Prozentpunkte hinaufgesetzt. Zentralbankgouverneur Fatih Karahan setzt darauf, dass sich mit einer Abkühlung der Inlandsnachfrage die Inflation weiter abschwächt. Vize-Chefin Hatice Karahan sagte dem Türkei-Briefing, eine Informationsschrift zum Wirtschaftsstandort: "Bis zum Jahresende 2024 wollen wir die Inflation auf 38 Prozent senken, bis Ende 2025 liegt unsere Zielvorstellung bei 14 Prozent."

Die Bonität der Türkei wurde jüngst hochgestuft

In der Vergangenheit hatte die Zentralbank auf Geheiß Erdogans versucht, die Wirtschaft mit billigem Geld anzuschieben. Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität der Türkei jüngst um zwei Stufen von "B3" auf "B1" hochgestuft. 

In dem Land gebe es Verbesserungen in der Regierungsführung und eine straffere Geldpolitik, hieß es zur Begründung.

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