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07/05/2021

Wie weit sind Westbalkan-Länder vom EU-Beitritt entfernt?

Einem virtuellen Gipfel wird neben Angela Merkel, Emmanuel Macron und Mario Draghi auch Bundeskanzler Sebastian Kurz beiwohnen.

Auf Einladung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel findet am Montagnachmittag vom Berlin aus ein virtueller Westbalkangipfel statt. Teilnehmen werden nicht nur die Staats- und Regierungschefs der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien, sondern neben Merkel selbst auch der slowenische Regierungschef Janez Janša, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Premier Mario Draghi und Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Die seit 2014 jährlich abgehaltenen Treffen zwischen EU- und Westbalkanstaaten sollen laut Berlin die Stabilität der unmittelbaren Nachbarn der EU und den friedlichen Dialog fördern. Was auch Kurz so sieht: "Der Westbalkan ist eine Region in unmittelbarer Nachbarschaft Österreichs, mit der wir menschlich, wirtschaftlich, politisch und kulturell sehr eng verbunden sind. Wir haben daher ein großes Interesse an Stabilität am Westbalkan", sagte der Kanzler vor der Videokonferenz. „Unser Ziel ist es auch heute, die EU-Perspektive aller Westbalkanstaaten zu bekräftigen. Die EU wird erst vollständig sein, wenn ihr alle Westbalkanländer beigetreten sind.“

Neben der Unterstützung der EU-Integration und der regionalen Zusammenarbeit am Westbalkan werden laut Kurz diesmal aber auch der gemeinsame Kampf gegen die Corona-Pandemie, Migration und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Vordergrund stehen.

Wir haben ein großes Interesse an Stabilität am Westbalkan."

Sebastian Kurz

Eine Übersicht darüber, wie weit die einzelnen Länder am Westbalkan von einem EU-Beitritt entfernt sind:  

SERBIEN

Das Land ist mit seinen sieben Millionen Einwohnern das größte der Westbalkan-Länder, die in die EU wollen. Offizielle Beitrittsgespräche finden bereits statt. Die EU setzt darauf, dass der Einfluss von Serbien in der Region sich positiv auf die Reformbemühungen anderer Länder auswirken könnte. Im Februar 2018 äußerte die EU die Hoffnung, dass Serbien bis 2025 der Gemeinschaft beitreten könnte.

MONTENEGRO

Die EU-Kommission geht davon aus, dass Montenegro wie Serbien noch in diesem Jahrzehnt der Union beitreten könnte. Seit 2017 ist das Land NATO-Mitglied.

KOSOVO

Das Land spaltete sich 2008 von Serbien ab. Fünf EU-Staaten erkennen Kosovo nicht an: die Slowakei, Spanien, Griechenland, Zypern und Rumänien. Die EU bemüht sich um Vermittlung, um das angespannte Verhältnis zu Serbien zu verbessern. Das ist auch eine Bedingung, um überhaupt über einen Beitritt verhandeln zu können. Das ist aber noch in weiter Ferne.

BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Das Land reichte den Antrag auf EU-Mitgliedschaft 2016 ein. Er wurde bisher noch nicht genehmigt, das Land hat daher auch noch keinen Status als EU-Beitrittskandidat.

ALBANIEN

Das Nato-Land Albanien ist seit März 2020 Kandidat für einen Beitritt zur EU. Offizielle Gespräche haben allerdings noch nicht begonnen, ein Datum dafür fehlt noch. Die EU knüpft das an die Beitrittsentwicklung mit Nord-Mazedonien. Das wiederum liegt mit dem EU-Nachbarn Bulgarien im Clinch.

NORD-MAZEDONIEN

Das Land ist wie Albanien seit März 2020 EU-Beitrittskandidat. Zuvor wurde ein jahrzehntelanger Streit mit Griechenland über den Namen des Landes beigelegt. Ein Sprachenstreit mit Bulgarien verhindert jedoch den Start von offiziellen Beitrittsgesprächen. Bislang ist es keinem EU-Land gelungen, den Konflikt zu entschärfen.

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