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Männer-Mode: Socke oder Sünde?

Früher wusste man wenigstens, was peinlich ist. Heute tragen junge Männer Sportsocken in Schlapfen – und sehen dabei erstaunlich gut aus! Ein Versuch, den Sommer an den Füßen zu verstehen.

Endlich Sommer. Jetzt  ganz offiziell. Und bei 30 Grad zieht auch der eleganteste/härteste/ lässigste Mann ganz gern mal seine Budapester, Semibrogues, Chelsea Boots, Cowboystiefel oder fetten Sneakers aus. 

Klar. Nur, was dann an die Füße? Und wie trägt man es am besten, um nicht an die eigenen Lehrer, Väter, Onkel oder Chefs zu erinnern, deren bequeme Sandalen und Schlapfen, die sie immer mit Socken trugen, der Inbegriff an Peinlichkeit war? 

Die Antwort ist: Ja. Genau so.

Slide-ins oder Slides, also exakt das, was früher einfach Schlapfen hieß, sind seit einiger Zeit bei jungen Männern DAS heiße Ding. 

Und ja, ausschließlich mit Socken. Sie stehen für absoluten Chill-Faktor, während die weißen Sportsocken, die akkurat bis zu den strammen Waden hochgezogen werden, eine gewisse Athletik symbolisieren. Nach dem Motto: Ich könnte jederzeit ins Fitnessstudio gehen – werde es heute aber vermutlich nicht tun.

Slides

Die legendäre „Adilette“ ist wieder hoch im Kurs. Von Adidas, ab  23 €, adidas.at

©Hersteller

Wer trägt so was? Männer zwischen 17 und 27 – und Dads, die zeigen wollen, dass sie noch so cool sind wie sie mit 25 nie waren. 

Aber Achtung, da ist der Mann in den besten Jahren ganz schnell im peinlichen Eck von „damals“.

Crocs

Wer Crocs trägt, beweist entweder Mut oder Gleichgültigkeit

©Hersteller

Noch einen Schritt weiter gehen Crocs. Jahrelang galten die bunten Kunststoffschuhe als modischer Totalschaden. Heute haben sie Kultstatus. 

Wer Crocs trägt, beweist entweder Mut oder Gleichgültigkeit – und beides kommt erstaunlich gut an. Natürlich ebenfalls mit Socken. 

Der Flip-Flop-Träger wiederum lebt geistig zwischen Badesee, Strandbar und Sonnenuntergang. Selbst wenn er gerade nur zum Supermarkt geht. 

Ideal für: Urlaub. Ausschließlich Urlaub. 

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Flip-Flops

So schön retro: „Offshore Sea Moss“ Flip-Flops im angesagten Dad-Design von Reef, ab  89,99 €, reef.eu

©Hersteller

Und dann wären da noch die Gegenentwürfe, die am grundsätzlichen Schuh-Konzept festhalten. 

Espadrilles etwa sagen: Ich trinke Weißwein auf  sonnenüberfluteten Terrassen und kenne mindestens eine italienische Insel, die noch nicht vom Massentourismus entdeckt wurde. 

Espadrilles

Früher das Jesolo-Jugend-Gegenstück zu Vatis „Badeschlapfen“, heute eher für Herren im „besten Alter“: Espadrilles  „Pablo“ von Castaner, ab  115 €. Bitte immer ohne Socken! castaner.com   

©Hersteller

Für Männer, die lässig wirken möchten, ohne jemals schlampig auszusehen. Socken? Gott bewahre! Vielleicht lassen deshalb die ganz jungen die Finger davon, wer weiß?

„Mein Großvater hatte schon eine Segelyacht“, signalisieren die Träger von Boat Shoes. 

Ob das stimmt oder nicht, ist so was von egal, man assoziiert die leichten Lederschuhe einfach mit Old Money, Hamptons, Sommerhaus am Meer.

Boat Shoe

So sieht sommerliches Old Money aus: „Classic 2-Eye Boat Shoe“ von Timberland, ab  160 €, timberland.com

©Hersteller

Socken würden diese Illusion zerstören, für die ist an Bord einer Segelyacht kein Platz.

Superga

Zeitloser Sommer-Chic, der „2750 Classic“ von Superga, ab  75 €, superga.com

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Und für alle, die sich nicht um Trends scheren, aber doch auf Nummer sicher gehen wollen, bleiben unverwüstliche Leinenschuhe wie Supergas. 

Damit kann Mann nichts falsch machen. Mit oder ohne Socken.

Andreas Bovelino

Über Andreas Bovelino

Redakteur bei KURIER freizeit. Ex-Musiker, spielte in der Steinzeit des Radios das erste Unplugged-Set im FM4-Studio. Der Szene noch immer sehr verbunden. Versucht musikalisches Schubladendenken zu vermeiden, ist an Klassik ebenso interessiert wie an Dance, Hip-Hop, Rock oder Pop. Sonst: Texte aller Art, von philosophischen Farbbetrachtungen bis zu Sozialreportagen aus dem Vorstadt-Beisl. Hat nun, ach! Philosophie, Juristerei und Theaterwissenschaft und leider auch Anglistik durchaus studiert. Dazu noch Vorgeschichte und Hethitologie, ist also auch immer auf der Suche einer archäologischen Sensation. Unter anderem.

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