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Schwitzen bei Hitze – warum es schützt, was verloren geht, was hilft

Salzränder auf dem Shirt? Wie Hitze-Training den Körper fit macht und Klimaanlagen den Kreislauf fordern.
Nahaufnahme eines schwitzenden Mannes, der sich mit erhobener Faust im Sonnenlicht den Nacken abwischt.

Schwitzen ist lebensnotwendig; ohne diese Fähigkeit würden wir nicht lange überleben. Zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen der Haut sind für das Kühlprogramm bei Hitze oder Anstrengung zuständig: Sie pumpen Flüssigkeit an die Oberfläche, die dort verdunstet. Pro Liter verdunstetem Schweiß gibt der Körper rund 600 Kilokalorien Wärme ab. Ohne dieses System würde die Körpertemperatur bei Belastung gefährlich schnell auf über 40 Grad steigen – mit Risiken wie Hitzschlag, Kreislaufkollaps oder Organschäden.

Schweiß besteht zu rund 99 Prozent aus Wasser, der Rest sind Elektrolyte: vor allem Natrium und Chlorid – jene weißen Ränder, die intensives Schwitzen auf dunkler Kleidung hinterlässt. In kleineren Mengen gehen außerdem Kalium, Kalzium und Magnesium verloren. Diese Mineralstoffe sind wichtig für Muskeln, Nerven und Knochen; ein Mangel kann sich durch Wadenkrämpfe, Müdigkeit oder Kopfschmerzen bemerkbar machen.

Auf das Training kommt es an

Der Körper kann lernen, mit Hitze besser umzugehen. Wer ihr regelmäßig ausgesetzt ist – etwa durch Training bei Wärme oder Saunagänge – durchläuft eine sogenannte Hitzeakklimatisierung. Der Körper beginnt früher und effizienter zu schwitzen, die Durchblutung der Haut verbessert sich, das Herz-Kreislauf-System arbeitet ökonomischer. Und die Schweißdrüsen werden sparsamer: Sie resorbieren mehr Natrium zurück, sodass weniger Mineralstoffe verloren gehen.

Glasflasche mit Zitronen-, Gurken- und Kräuterscheiben, daneben geschnittenes Obst auf einem Holzbrett.

Klimaanlage ja oder nein?

Doch was passiert, wenn man der Hitze einfach ausweicht – und den ganzen Tag in klimatisierten Räumen verbringt? Für den Körper ist der ständige Wechsel zwischen 35 Grad draußen und 20 Grad drinnen purer Stress. Draußen stellt er die Blutgefäße weit, um Wärme über die Haut abzuleiten; drinnen muss er abrupt umschalten und die Gefäße wieder verengen. Dieser Kreislaufstress belastet vor allem Menschen mit Vorerkrankungen. Hinzu kommt: Wer aus der Hitze in den klimatisierten Raum tritt, schwitzt zunächst weiter – der Körper kühlt sich also erst noch aus, bevor er sich anpasst. Die trockene Klimaanlagenluft tut ihr Übriges und trocknet die Schleimhäute aus, was sie anfälliger für Keime macht. Eine Erkältung bekommt man von kalter Luft zwar nicht direkt, aber ein geschwächter Organismus ist anfälliger.

46-226951833

Klimaanlagen sind bei extremer Hitze dennoch kein Feind: Studien zeigen, dass Menschen, die sich während Hitzewellen in gekühlten Räumen aufhalten, seltener unter hitzebedingten Beschwerden leiden. Der Schlüssel liegt in der richtigen Einstellung: nicht unter 24 Grad, kein Luftstrom direkt auf den Körper, und regelmäßig lüften. Grundsätzlich gilt für Hitzeperioden: Viel trinken, Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden verlegen, leichte Kleidung, keine schweren Mahlzeiten – so kommt man entspannt durch heiße Tage.

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