Giorgio Armani Milan Fashion Week Men's Collection Spring Summer 2026
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Das neue Hütchenspiel: Vom Barrett bis zum Panama

Wer einen kühlen Kopf behalten will, greift zum Hut – und den gibt es diesen Sommer in unzähligen Varianten. Um dem Dauerbrenner Schirmkappe Paroli zu bieten, holen Modedesigner sämtliche Hutmodelle der Geschichte zurück. Welche Stile angesagt sind.

Auch in der Männermode spiegelt sich immer wieder Zeitgeist: Stile wie Quiet Luxury und Old Money sind gefragter als schnelllebige Modetrends. Die Sehnsucht nach Beständigkeit und nachhaltigem Konsum zeigt sich heute in zeitloser Mode, die dank veränderter Rollenbilder auf soft masculinity, fließende Silhouetten, genderübergreifende Schnitte, Qualität und Tradition setzt. Und da hutlose Zeiten und kühle Sommertage Vergangenheit sind, setzen Modedesigner auch in der Hutmode diesen Trend fort und blättern dafür in der Kostümgeschichte: Auf den Catwalks der Sommerkollektionen ist ein vielfältiges Repertoire an Hüten sämtlicher Epochen vertreten. Damenhüte, wie etwa der Topfhut aus den 1920er-Jahren, sind das It-Teil des Sommers – bei Männern.

Issey Miyake - Details - Spring/Summer 2026 Paris Menswear Fashion Week

Topfhut in black Denim bei Issey Miyake

©Gamma-Rapho via Getty Images/Victor LOCHON/Getty Images

Der eng anliegende Hut kommt etwa bei Prada, Issey Miyake oder Brunello Cucinelli im Business- wie Freizeit-Look zum Einsatz. Auch der Dauerbrenner Schirmkappe wurde umgerüstet: Im Stil einer Safari-Cap mit Nackenschutz verströmt die ursprüngliche Baseballcap damit zugleich Abenteuerlust. Designer von Willy Chavarria bis Klaus Mühlbauer greifen bei ihren Kreationen gerne zu Modellen, die mit Traditionen und Symbolen behaftet sind, wie etwa dem breitkrempigen Torerohut.

Willy Chavarria: Runway - Paris Fashion Week - Menswear Spring/Summer 2026

Der beste Schattenspender mit großer Krempe: Torerohut von Willy Chavarria

©Getty Images/Thierry Chesnot/Getty Images

Von breiten Krempen bis zum Beanie 

Spanische Stierkämpfer machten den Hut zum Symbol für Mut, Männlichkeit und gesellschaftliche Anerkennung. Längst fand ein Umdenken statt und die Tradition der Corrida löste eine Debatte über den Stierkampf aus. Jetzt facht der amerikanische Modedesigner Willy Chavarria mit seinem Torerohut die Diskussion neu an, stylt den Hut zu fließend feminin geschnittenen rosafarbenen Anzügen und konnotiert damit den Begriff von Männlichkeit neu. Die breite Krempe hat noch einen Vorteil: sie sorgt für Schatten im Gesicht. Genauso wie Cowboyhüte, einst Uniform spanischer Vaqueros, die aus Stroh bei Emporio Armani zu preppy Anzügen oder zu lockeren Leinenhemden ((auf dem Foto ganz oben bei Giorgio Armani) gestylt werden. 
Die einstigen Schiebermützen amerikanischer Zeitungsausträger stehen wiederum, aus feinem Stroh geflochten, bei der italienischen Hutmanufaktur Borsalino am Programm.

Und der klassische Fedora, berühmt durch Humphrey Bogart und Udo Lindenberg, wurde durch Schauspielerin Sarah Bernhardt im 19. Jahrhundert bekannt, als sie im gleichnamigen Theaterstück von Victorien Sardou den Hut trug. Der Klassiker zeigt sich jetzt meist aus hellem Panamastroh, etwa bei Mühlbauer, der auch das neue Trendmodell für Männer, das Barett, ein flaches, rundes Hutmodell, das  im 15. Jahrhundert in gehobenen Kreisen getragen wurde, fertigt. In neuem Stil feiert der Fischerhut sein Comeback: aus buntem Häkelgarn bringt der „Crochet-Hut“ einen Mix aus Bob Marleys buntem Rastafari-Look und dem Häkellook der Hippie-Bewegung zurück.

Giorgio Armani - Runway - Spring/Summer 2026 Milan Men Fashion Week

Giorgio Armani stylt Beanies zu Kimonojacken und langen Kaftanhemden

©Gamma-Rapho via Getty Images/Victor VIRGILE/Getty Images

Sogar Beanies, einst ein Markenzeichen im Grunge-Look von Kurt Cobain getragen, sind wieder groß da. Die engen Strickmützen in Kopfform, werden zu langen Hemden und Kaftanen getragen.  

Abschlussshow 2026 Modeschule Hetzendorf

Kühler Kopf mit Moos-Kühlung: Hutmodell von August Ackermann, Schüler der Modell-Modisterei Modeschule Hetzendorf

©Modeschule Hetzendorf

Ob ein Hutmodell der Zukunft Bestand haben wird, wird sich erst zeigen: bei der Show der Modeschule Hetzendorf präsentierte August Ackermann einen transparenten PET-Helm, in dem Moos für Kühlung am  Kopf sorgt – humorvoll, nachhaltig und biophil.

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