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Hitze, Schweiß und Sonne: Was die Haut jetzt braucht

Wenn Sonne und Salzwasser der Haut zusetzen, braucht sie besondere Pflege. Viele quält auch die Frage, welche Schminke Temperaturen jenseits der 30 Grad standhält. Eine Drogistin und ein Dermatologe klären auf.
Nahaufnahme eines Gesichts mit Licht- und Schattenmustern durch einen Strohhut.

Von Karin Lehner 

Beim Blick in den Spiegel blicken einem im Sommer oft traurige Pandabären-Augen entgegen. Die Wimperntusche ist zu schwarzen Augenringen zerflossen. Und das Make-up bildet in Kombination mit der Sonnencreme eine unschön glänzende Fett-Schicht. Dabei war beim Griff in den Malkasten pudrig-matte Coolness geplant. Doch die sengende Sonne und tröpfelnde Schweißperlen machten all die Mühe im Nu zunichte.

Drogistin Christina Wolff-Staudigl kennt das sommerliche Problem und rät in puncto Schminke zur Zurückhaltung (siehe Kasten). „Bei Hitze ist es besser, das Make-up zu reduzieren. Schließlich muss die Haut atmen und auch schwitzen können. Ein natürlicher Glow ist also Teil des Programms.“ Es reiche ein wenig Rouge und trendiges Lippen-Öl. Bei öliger Haut geht die Natur-Kosmetik-Expertin gleich doppelt auf Nummer sicher, Stichwort Layering. Sie empfiehlt das Auftragen von Puder und Feuchtigkeitsspray inklusive Hyaluron und das Ganze wieder von vorne. „Doch primär geht es nicht darum, dem Druck zur Schönheit nachzugeben, sondern um Hautgesundheit, wie zum Beispiel Schauspielerin Pamela Anderson beweist.“

Alles fließt

Dass wasserfeste Produkte wie Mascara tatsächlich einem erfrischenden Tauchgang im Pool standhalten, ist laut Wolff-Staudigl ein großes Missverständnis. „Das bedeutet in der Praxis nur eine gewisse Feuchtigkeitsresistenz. So hält der Eyeliner zum Beispiel einem schwülen Tag stand. Bei Sommerschauern kommt er jedoch an seine Grenzen.“ In Kombination mit fettiger Sonnencreme verabschieden sich Wimperntusche & Co. meist noch schneller. Dann läuft es sprichwörtlich wie geschmiert.

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Pamela Anderson verzichtet größtenteils auf Make-up. 

Doch zuvor quält die Frage: Was wann und in welcher Kombination auftragen? Basis ist die Tageslotion. Als Nächstes folgt die Sonnencreme. Und bei Bedarf als letzte Schicht die Foundation. Von der einhändigen Mischung aus Letzterer und Sonnencreme rät Wolff-Staudigl jedoch entschieden ab. „Hände weg, weil sich durch den Mix auch der Lichtschutzfaktor (LSF) reduziert.“ Besser zu einer Tagescreme mit integriertem LSF greifen.

LSF-Haltbarkeit

Schließlich gilt beim Schutz vor der Sonne zur Vorbeugung von Hautkrebs das Motto „mehr ist mehr“, also: je höher der LSF, desto besser für die Haut. Ideal sind Produkte mit Faktor 50, denn der auf der Tube angegebene hält in der Praxis ohnehin nicht, was die Verpackung verspricht, weiß Dermatologe Helmut Leonhartsberger. „Sonnenlotionen werden unter Laborbedingungen getestet, die mit der Praxis des Eincremens wenig gemein haben. Um den angegebenen LSF zu erreichen, müsste die Creme also sehr dick aufgetragen werden.“ Wer sich im Alltag so einschmiere, dass es sich auf der Haut noch angenehm anfühlt und kein extremes Schwitzen produziert wird, müsse automatisch mit einer verringerten Schutzwirkung rechnen. „Also beispielsweise mit 30 statt dem angegebenen Faktor 50 .“

Im Unterschied zu manchen Kollegen plädiert der Hautarzt nicht für sommerlichen Allzeit-Sonnencreme-Schutz. „Wer tagsüber im Büro sitzt, benötigt das nicht. Durch kurze Wege in Mittagspause kann die Haut eine gewisse Toleranz gegenüber der Sonne aufbauen.“ Außerdem wird ohne Sonnencreme Vitamin D produziert.

Sommerliche Dickhäuter

Mit einer Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern und einem Gewicht von etwa 3,5 bis 10 Kilogramm umhüllt und schützt die Haut den gesamten Körper. Auch wenn wärmende Sonnenstrahlen auf ihr nach dem Winter die Seele streicheln, für die Optik und Funktion des größten Organs des Menschen ist zu viel des Guten nicht ideal, weiß Leonhartsberger aus der Praxis. „Sonne und Salzwasser bedeuten Stress für die Haut, weil beides sie austrocknet. Sie reagiert mit einer höheren Pigmentierung und gewinnt an Stärke. Wir werden also sprichwörtlich zu Dickhäutern.“ Bei Bewegung und Aktivität fließt bei Hitze zudem der Schweiß in Strömen. Das sorgt für Verdunstungskälte. Die natürliche Klimaanlage des Menschen springt an. Wenn die Sonne die Haut dann wieder trocknet, fährt der Körper jedoch die Talgproduktion hoch, um sie vor Dehydrierung zu bewahren. „Doch das kann zu Hautunreinheiten führen“, diagnostiziert der Dermatologe.

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Christina Wolff-Staudigl ist Expertin für Naturkosmetik.

Mallorca-Akne

Allzu gut gemeinte Pflege kann also zur Verstopfung von Poren und damit zu Sommerakne führen. „Eine Entzündungsreaktion der Haut infolge der ungünstigen Kombination aus überschüssigem Talg, abgestorbenen Hautschüppchen und Produktresten“, erklärt Leonhartsberger. Die beste Pflege für gestresste Sommerhaut ist eine gut ausbalancierte Emulsion, die nicht so reichhaltig wie im Winter, aber auch nicht zu wässrig ist. „Wenn die Lotion zu viel Wasser enthält, trocknet das wiederum die Hornschicht aus.“ Um keine Überpflege zu riskieren, empfiehlt der Hautarzt beim Gebrauch von Sonnencreme den Verzicht auf Tagespflege.

Ein unschönes Bild gibt auch die sogenannte Mallorca-Akne ab. „Medizinisch gesehen ist sie aber keine Akne“, so der Dermatologe, „sondern eine allergische Reaktion der Haut nach zu intensiver Sonnenbelastung im Bereich von Schultern und Oberarmen.“ Vorbeugung und Therapie finden im Schatten statt. Wellness pur für die Haut nach der Hitzeschlacht.

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