Leben
18.07.2018

"Fürchterlich": Tierfilmer Attenborough hat Angst vor Ratten

Der bekannte Naturforscher und Tierfilmer David Attenborough hat eigenen Angaben zufolge eine "irrationale Angst" vor Ratten.

Tierfilmer David Attenborough (92, "Unser blauer Planet") liebt nicht alle Geschöpfe. "Ich habe eine irrationale Angst vor Ratten", sagte er dem Zeit Magazin. "Obwohl, vielleicht ist sie gar nicht so irrational: Ratten haben keine Angst vor Menschen und können Seuchen übertragen." Und: "Mir sind nachts schon öfter welche übers Gesicht gekrochen. Fürchterlich."

Attenborough erzählt seine Naturfilme ähnlich wie Hollywood-Thriller - auch deswegen sind sie sehr beliebt. Nach ihm sind mittlerweile auch etliche Tierarten benannt, etwa eine fleischfressende Pflanze und ein indonesischer Käfer. Auch ein kleiner Frosch aus Peru, eine seltene tasmanische Schnecke und eine kleine Spinne, die in Nord- und Südamerika heimisch ist, tragen Abwandlungen seines Namens.

Faszination Fossilien

Im Magazin-Interview erzählt er, dass ihn die Natur schon als Kind fasziniert habe, besonders als er Fossilien gesammelt habe: "Wenn Sie einen Stein entzweischlagen und sich die Schönheit in seinem Inneren ansehen und wissen, dass kein Mensch je zuvor diesen Anblick genossen hat, dass Sie also der erste Mensch sind, der das Innere des Steins je zu Gesicht bekommen hat, dann ist das doch faszinierend. Das verstand ich auch mit acht schon." Das Interview erscheint am Donnerstag.

Tierfilmer als Beobachter

Attenborough, der den Titel "Sir" trägt, versteht sich in seiner Rolle als Tierfilmer als Beobachter. Er vertritt damit die Ansicht, nicht in das Leben (und Leid) der Tiere einzugreifen. "Wenn man ein Kameramann ist, dann ist man dazu ausgebildet ein Beobachter zu sein, ein Unbeteiligter. Das ist sehr wichtig", sagte er in einem früheren Interview. Als Naturfilmer in Aktion zu treten und das Leben der Tiere zu verändern, würde die Dinge lediglich verschlimmern. "Natürlich sieht man grausame Sachen, aber man kann nichts dagegen tun", so Attenborough.

Eines seiner jüngeren Projekte ist die Fortsetzung der legendären BBC-Dokumentarfilmreihe "Planet Earth". "Planet Erde", wie die Serie im deutschsprachigen Raum heißt, feierte im November 2016 Premiere. Die einzelnen Episoden verzeichneten Rekordquoten, wie der Telegraph damals berichtete. Die letzte Sendung der sechsteiligen zweiten Staffel widmete sich unter dem Titel "Cities" etwa dem Einfluss des Menschen auf das Tierreich.