Leben
08.10.2018

"Smombie"-Spur: Vilnius hat eigenen Fußweg für Handy-Starrer

Fußwege nur für Smartphone-Gucker - das ist keine Zukunfts-Vision, sondern in einigen Städten schon Realität.

Die chinesische Millionenmetropole Chongqing hat seit 2014 einen solchen Weg, Antwerpen zog wenig später nach. Nun gibt es in der litauischen Hauptstadt Vilnius einen 300 Meter langen Gehweg, auf dem "Smombies" (Smartphone-Zombies) in Ruhe beim Laufen auf den Bildschirm schauen können, ohne andere zu gefährden. Aufgemalte weiße Pfeile weisen den Handynutzern mit dem gesenkten Blick die Richtung.

" Vilnius ist eine wahre Technologiestadt", sagt Bürgermeister Remigijus Simasius. Mit dem Handy-Fußweg will das Oberhaupt der rund 550 000 Einwohner zählenden Stadt die Bedeutung von Programmierern im Alltag hervorheben. Auch soll damit für den IT-Sektor in Vilnius geworben werden - auch mit dem Ziel, Fachkräfte anzulocken.

Handy-Verbot beim Überqueren von Straßen

Die litauische Regierung hat zudem Anfang Oktober eine neue Verordnung erlassen, die Fußgängern verbietet, ihr Telefon zu nutzen, wenn sie eine Straße überqueren. Der Auto Club Europa ( ACE), zweitgrößter Autoclub Deutschlands, zählt die Ablenkung durch das Smartphone als drittes großes Unfallrisiko im Verkehr - neben Alkohol am Steuer und überhöhter Geschwindigkeit. Fußgänger seien zum Teil so unkonzentriert, dass sie Autos und sogar Straßenbahnen übersähen oder das Rot an der Ampel missachteten, teilte der ACE im vergangenen Jahr mit.