Leben
02.12.2016

Serena Williams' offener Brief für Gleichberechtigung

Serena Williams © Bild: AP/Rob Griffith

Darin animiert sie Athletinnen und Frauen generell dazu, weiterhin groß zu träumen.

Serena Williams ist 22-fache Grand-Slam-Siegerin und laut dem Ende November veröffentlichten People With Money-Magazin die höchstbezahlte Tennisspielerin der Welt. Doch diese Auszeichnungen machen sie noch lange nicht immun vor Sexismus. Darüber schreibt die 35-Jährige in einem offenen Brief, in dem sie für mehr Gleichberechtigung plädiert. Dieser wurde in der "Incredible Women of 2016"-Ausgabe des Porter-Magazins abgedruckt, auch der Guardian hat ihn veröffentlicht. Williams richtet ihr Wort darin an "alle unglaublichen Frauen, die für ihre Rechte kämpfen."

Bester weiblicher Tennisspieler der Welt

Sie schreibt darin, dass es ihr Traum war, der beste Tennisspieler der Welt zu sein. Nicht der beste weibliche Tennisspieler der Welt. "Frauen werden zu oft nicht genug unterstützt oder davon abgehalten, ihren Weg zu wählen", schreibt Williams weiter. "Ich hoffe, dass wir das ändern können."

FILE - In this July 11, 2015, file photo, Serena Williams, of the United States, holds up the trophy after winning the women's s… © Bild: AP/Kirsty Wigglesworth

Sie selbst habe Glück, eine Familie zu haben, die ihre Ambitionen unterstützt hat. Das bedeute aber noch lange nicht, dass ein Großteil der Gesellschaft scharf darauf ist, eine starke und kompromisslose, schwarze Frau auf dem Tennisplatz zu sehen.

Selbstbestimmte Athletin

Ian Crouch schrieb im September 2014 im New Yorker, dass Amerikas Doppelmoral in puncto Vorurteilen, Sexismus und Rassismus jedes Mal dann zum Vorschein komme, wenn die Zuseher, hauptsächlich männlicher Natur, den Körper von Serena Williams auf unangemessene Art und Weise kommentieren. Williams schien sich davon aber niemals beirren zu lassen, denn sie schreibt in dem Brief weiter: "Was andere als meine Fehler oder Nachteile bezeichnet haben meine Herkunft, mein Geschlecht sehe ich als Treibstoff für meinen Erfolg. Ich habe nie irgendetwas oder irgendjemanden mein Potenzial definieren lassen. Ich kontrolliere meine Zukunft."

Obwohl sie es selbst geschafft hat, die Hindernisse, die ihren Träumen im Weg standen, aus dem Weg zu räumen, findet Williams, dass es an der Zeit ist, aufzuhören, diese Hindernisse als eine Tatsache im Leben von Frauen zu akzeptieren. "Wir sollten immer für unsere Leistung und nicht für unser Geschlecht beurteilt werden", meint Williams zu der Tatsache, dass trotz ihres Erfolges oft betont werde, dass sie weiblich ist. Männlichen Kollegen wie beispielsweise Roger Federer würde das nicht passieren.

Serena Williams reacts after defeating Victoria Azarenka, of Belarus, during the women's singles final of the 2013 U.S. Open ten… © Bild: AP/Charles Krupa

"Müssen weiterhin groß träumen"

"Es ist meine Hoffnung, dass meine und Ihre Geschichte alle jungen Frauen da draußen inspiriert, damit sie ihre Träume beharrlich verfolgen. Wir müssen weiterhin groß träumen, damit die nächste Generation von Frauen in ihrem Streben genauso mutig ist.", beendet Williams ihren Brief.