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Leben Reise
12/29/2021

Silvester und Corona: In welchen Städten man trotzdem groß feiert

In Moskau und Dubai gibt es so gut wie keine Einschränkungen, in anderen Städten wurden Konzerte abgesagt. Ein Überblick.

Wenn Milliarden Menschen in der Nacht auf Samstag das neue Jahr begrüßen, ist wegen der Pandemie erneut einiges anders als in früheren Jahren. Viele Feiern und Feuerwerke sind abgesagt, verkleinert oder ohne Anwesenheit von Massen geplant. Doch an einigen Orten wie etwa Dubai und Moskau versprechen Veranstalter auch fast ganz normale Feiern.

In Berlin am Brandenburger Tor fällt Deutschlands größte Silvesterparty samt Höhenfeuerwerk aus. In Deutschland gelten seit drei Tagen vor Silvester strengere Kontaktbeschränkungen: Private Treffen sollen eine Obergrenze von zehn Menschen beachten.

In Sydney wieder mit Zuschauern

In Sydney sind - anders als 2020 - wieder Zuschauer zum großen Feuerwerk zugelassen. Vor der Kulisse der Harbour Bridge und des Opernhauses sollen um Mitternacht sechs Tonnen Feuerwerk in den Himmel geschossen werden, untermalt von Musik. Wer das Event live erleben will, muss sich ein Ticket für einen von rund 30 Aussichtspunkten kaufen. Besuchern wird geraten, vollständig gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Wer keine Reservierung habe, solle nicht ins Stadtzentrum kommen, sagen die Organisatoren. Das Spektakel wird live im Internet und beim TV-Sender ABC übertragen.

Nach langem Hin und Her haben die thailändischen Behörden bestätigt, dass das neue Jahr auf Phuket mit einem Konzert des italienischen Startenors Andrea Bocelli eingeläutet werden soll. Der 63-Jährige werde im Saphan-Hin-Park im Süden der größten Insel Thailands auftreten und sei "das Highlight der Nacht", sagte Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn. Alle Gäste müssen gegen Covid-19 geimpft sein und zudem ein negatives Testergebnis vorweisen.

Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant.

David Guetta legt in Abu Dhabi auf

In den Vereinigten Arabischen Emiraten soll das neue Jahr trotz der Pandemie in großem Stil eingeläutet werden: In Abu Dhabi ist eine Show des Star-DJs David Guetta vor dem dortigen Louvre-Museum angekündigt.

In Dubai gibt es wieder eine Lasershow an der Fassade des höchsten Wolkenkratzers der Welt (Burdsch Chalifa/828 Meter). Um zwei Minuten vor Mitternacht werden zudem von den Etagen sowie der Spitze des Gebäudes Raketen gezündet. Das Feuerwerk dauert mehrere Minuten. Hunderttausende werden für das Spektakel auf den Straßen der Golf-Metropole erwartet, noch viel mehr vor den Fernsehbildschirmen.

Im vergangenen Jahr war die Zuschauerzahl vor Ort wegen der Pandemie deutlich reduziert worden. 2021 schränkt der Golfstaat, der eine der höchsten Impfquoten weltweit hat, die Feierlichkeiten nicht ein. Zuschauer müssen sich im Voraus per Handy-App für das Event registrieren.

Moskau feiert fast ohne Beschränkung

In Russlands Hauptstadt und Europas größter Metropole Moskau werden vor allem Touristen am Roten Platz erwartet, wo es wieder eine große Schlittschuhbahn und einen Markt gibt. Dort wie auch an anderen Stellen ist ein Feuerwerk geplant. Größere Corona-Einschränkungen gibt es trotz angespannter Pandemie-Lage nicht.

Restaurants und Clubs haben geöffnet und warben für Silvester-Shows. Die Ostsee-Metropole St. Petersburg hat die Einführung einer 2G-Regel etwa für Hotels wegen vieler erwarteter Touristen lieber auf 2022 verschoben.

Paris sagt Konzerte ab

In Paris wurden dagegen das geplante Feuerwerk und Konzert auf der Pracht-Avenue Champs-Élysées wegen der steigenden Zahl von Neuinfektionen abgesagt. Selbst am Eiffelturm fällt das Feuerwerk aus. Premierminister Jean Castex rief Präfekten und Gemeinden in ganz Frankreich dazu auf, Feuerwerke, Konzerte und Alkoholkonsum auf öffentlichen Straßen am 31. Dezember zu verbieten.

Madrid mit weniger Zuschauern

In Madrid werden nach einem Jahr Zwangspause wieder Tausende auf dem zentralen Platz Puerta del Sol erwartet, um mit den Glockenschlägen der Rathausturmuhr zwölf Trauben zu verspeisen und sich etwas Gutes für 2022 zu wünschen. Die Teilnehmerzahl wurde um ungefähr 60 Prozent auf maximal 7.000 reduziert.

"Große Restriktionen bringen nichts", hatte Madrids Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso gesagt. Die Lage in den Krankenhäusern sei unter Kontrolle.

London sagt Feier ganz ab

In London hat Bürgermeister Sadiq Khan wegen der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus die geplante Neujahrsfeier am Trafalgar Square mit etwa 6.500 Menschen abgesagt.

Rio macht kleinere Party

In Rio de Janeiro wurde die traditionelle Party, bei der Feuerwerk von Flößen auf dem Meer abgefeuert wird und am Strand von Copacabana Musiker, Bands und DJs auftreten, erneut abgesagt. Vor der Pandemie zog sie jedes Jahr Millionen Touristen an. In reduziertem Umfang soll aber dennoch gefeiert werden.

An zehn Orten der Stadt werde es Feuerwerk geben, darunter am Strand von Copacabana, teilte der Bürgermeister der brasilianischen Metropole mit. Nach seinen Angaben soll es in Absprache mit staatlichen Gesundheitsexperten zwar Musik geben, aber keine Bühnenshows.

Auch sollen am Silvesterabend keine zusätzlichen öffentlichen Verkehrsmittel im Einsatz sein. Es werde an den Stränden zu Menschenmengen kommen. Das sei an der frischen Luft aber unbedenklich. Die Impfrate in der Stadt sei zudem hoch.

New York heuer mit Zuschauern

In New York kann die traditionelle Silvesterparty am Times Square in diesem Jahr wieder mit Zuschauern stattfinden - allerdings müssen alle Besucher gegen Covid-19 geimpft sein. Die Feier auf dem berühmten Platz soll wie jedes Jahr live in Fernsehen und Internet übertragen werden - unter anderem mit dem Ball Drop, der Herabsenkung eines leuchtenden Kristallballs an einem Fahnenmast und Auftritten von Stars wie Singer-Songwriterin KT Tunstall und Rapper LL Cool J.

Im vergangenen Jahr war die Feier wegen der Pandemie weitgehend ins Internet verlegt worden. Das Großereignis fand erstmals 1904 statt, als die Zeitung New York Times die Eröffnung ihres neuen Verlagshauses mit einem Silvesterfeuerwerk feierte.

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