Italien: Cinque Terre Wanderweg bietet Meerblick und Genuss
Zwischen Weinbergen, Felsen und Meer führt der Sentiero Azzurro durch eine der schönsten Küstenlandschaften Italiens.
Von Karin Lehner
Zwischen Genua und La Spezia liegt einer der schönsten Küstenabschnitte Italiens. Eingebettet zwischen Bergen und Meer, umgeben von Steilküste und Sandbuchten, wechseln einander hier traditionsreiche Seebäder, kleine Fischerdörfer und mondäne Yachthäfen ab. Highlight der Region sind die fünf malerischen Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore.
Die Cinque Terre gehören zum UNESCO-Welterbe, sind zugleich Nationalpark und verbunden durch den zwölf Kilometer langen Sentiero Azzurro, den Blauen Weg. Er ist eine der beliebtesten Wanderstrecken des Landes. Wegen des Andrangs auf dem schmalen Pfad wurden teilweise Einbahnregelungen und Gebühren eingeführt, die je nach Saison variieren. Im Frühling und Sommer schieben sich hier die Massen.
Schönheit mit Steigung: Weinberge bei Corniglia
©Getty Images/iStockphoto/wanderluster/iStockphotoAlso sollten Wanderer unbedingt auf Winter oder Spätherbst ausweichen. Wer im Dezember anreist, erlebt sogar den berühmten Sandstrand von Monterosso fast menschenleer. Grundsätzlich kann der Pfad in fünf bis sechs Stunden zurückgelegt werden.
Wellenrauschen, Grillenzirpen
Wer in den pittoresken Dörfchen jedoch auch Dolce Vita genießen will, sollte ein bis zwei Übernachtungen in einem der zahlreichen Hotels mit Meerblick reservieren. Schließlich ist hier eindeutig der Weg das Ziel. Wanderer passieren terrassierte Weingärten, Olivenbaumhaine und Wälder mit Zypressen. Es duftet nach wild wucherndem Rosmarin und Lavendel. Die Geräuschkulisse besteht aus Wellenrauschen, Grillenzirpen und Vogelgezwitscher.
Riomaggiora ist das östlichste der fünf Dörfer des Cinque Terre
©Getty Images/franckreporter/istockphotoEs ist fast wie im Paradies, wären da nicht die schweißtreibenden Anstiege. Wanderer müssen sich auf ein ständiges Auf und Ab gefasst machen, viele Stufen steigen und rund 900 Höhenmeter erklimmen. Weil manche Stellen ausgesetzt sind, sind auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Zur Belohnung warten jeden Abend ein erfrischendes Bad im Meer, stilvolle Unterkünfte (immer vorbuchen) und authentische Trattorias mit Spezialitäten der Region.
Hier wird Pesto alla Genovese und die Kichererbsen-Mehl-Palatschinken Farinata kredenzt. Weil das nächste Dorf mit einladenden Cafés und damit Espresso sowie Tiramisu nie weit entfernt sind, müssen Wanderer kaum mehr als Wasser im Rucksack tragen. Auf der letzten Etappe verwöhnt die in Felsen gehauene Via dell’Amore (Weg der Liebe) mit Blick auf exotische Agaven und Feigen-Kakteen. Genusswandern im wahrsten Sinne des Wortes.
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