Rot, Blau, Gelb – und plötzlich ist da Fernweh
Die Farben Rot, Blau und Gelb reichen, um die Welt in Szene zu setzen. Von glühenden Felsen über kühle Blütenmeere bis zu leuchtenden Fassaden. Hier wird Fernweh farbig.
Rot, Blau und Gelb – mehr braucht es eigentlich nicht. Sie sind die drei Grundfarben, aus denen die gesamte bunte Welt entsteht.
Dazu drücken die farbelhaften Drei einigen der schönsten Reiseziele ihren Stempel auf. Da ist das Rot von Felsen, die im Abendlicht zu glühen beginnen, als hätten sie die Sonne selbst gespeichert. Das Blau einer frühlingshaften Blumenwiese, das kühlt wie ein Sprung ins Meer. Und das Gelb auf der Hausmauer, das leuchtet, als würde es dem grauen Himmel den Tag vermiesen.
Eine bunte Reise durch die Welt
Farben machen Orte rund um den Globus unverwechselbar. Sie prägen Erinnerungen und Fotos mehr als so manches Souvenir, das man sich noch schnell am Flughafen zu überteuerten Preisen gekauft hat.
Eine Reise zu Orten, die beweisen, dass man für großes Fernweh – oder für dessen Linderung – manchmal nur drei Farben benötigt.
- Fushimi Inari-Taisha, Kyoto, Japan: Im Süden von Kyoto führt ein einzigartiger Schreinweg durch bewaldete Hügel: Tausende rote Torii-Tore bilden beim Fushimi Inari-Taisha einen der eindrucksvollsten Spaziergänge Japans. Die Tore wurden über Jahrhunderte von Gläubigen gestiftet und schlängeln sich wie ein Tunnel den Berg hinauf. Das Zinnoberrot setzt einen Kontrast zum satten Grün der Natur und verleiht dem Ort eine meditative Atmosphäre.
- La Muralla Roja, Calpe, Spanien: In der südostspanischen Provinz Alicante erhebt sich ein Apartmentkomplex, der wie eine moderne Hommage an die nordafrikanischen Kasbahs wirkt. Entworfen wurde das Bauwerk 1968 vom katalanischen Stararchitekten Ricardo Bofill. Ein Labyrinth aus Innenhöfen, Treppen und Brücken verbindet die einzelnen Wohnungen miteinander. Farblich dominiert eine Palette aus warmen Rottönen, doch auch Blau und Violett setzen Akzente.
- Rotes Fort, Delhi, Indien: Mitten in der Megacity Delhi erhebt sich dieses imposante Bauwerk. Die Mauern aus rotem Sandstein ließ der Mogulkaiser Shah Jahan im 17. Jahrhundert als Symbol von Macht errichten. Hinter den Toren verbirgt sich eine Palastanlage mit Höfen, Pavillons und filigranen Details. Im Licht der Sonne leuchtet die Palastanlage besonders rot.
- Laguna Colorada, Bolivien: Auf fast 4.300 Metern Höhe liegt im Andenhochland eine der farbenprächtigsten Landschaften Südamerikas. Den rötlichen Schimmer verdankt der Salzsee speziellen Algen und Mineralien, die je nach Lichteinfall immer neue Nuancen erzeugen. Weiße Inseln aus Salz und Borax setzen starke Kontraste, während Flamingos durch das flache Wasser waten.
- Antelope Canyon, Arizona, USA: Der Antelope Creek hat im Norden Arizonas ein Naturkunstwerk geschaffen, das zu den meistbesuchten Schluchten im Südwesten der USA zählt. Vor allem der obere Antelope Canyon ist ein Sehnsuchtsort für Fotografen. Wind und Wasser haben den roten Sandstein hier über Jahrtausende zu weich geschwungenen Formen modelliert. Besonders in den Sommermonaten verwandeln die einfallenden Sonnenstrahlen die Klamm in eine Bühne aus magischen Lichtspielen.
- Dünen von Maspalomas, Gran Canaria, Spanien: Am südlichen Rand von Gran Canaria breitet sich mit den Dünen von Maspalomas eine märchenhafte Wüstenlandschaft aus. Feiner, goldgelber Sand türmt sich zu Hügeln, die vom Wind geformt werden. Zwischen Atlantik und Palmenhain entsteht ein Spiel aus Licht und Schatten, das je nach Tageszeit die unterschiedlichsten Gelbtöne hervorbringt. Besonders in der Abendsonne leuchten die Dünen warm und intensiv.
- Izamal, Yucatán, Mexiko: Fassaden, Kirchen und Arkadengänge sind hier fast durchgehend in warmen Gelbtönen gestrichen und tauchen den Ort in ein eigenes Licht. Besonders eindrucksvoll ist das mächtige Franziskanerkloster San Antonio de Padua, das über dem historischen Zentrum thront. Nicht umsonst gilt Izamal als einer der fotogensten Orte Mexikos.
- Shiwan Dashan, Provinz Guangxi, China: Im Süden Chinas findet sich eine eindrucksvolle Karstlandschaft mit dichten Wäldern, seltenen Pflanzen und Tieren und nebelverhangenen Gipfeln, die turm-, kegel- oder rundförmig aus der Hügellandschaft aufragen. Zusammen ergibt das ein atemberaubendes Panorama. Besonders im März setzt ein Meer aus leuchtend gelben Rapsblüten starke Farbakzente und bildet einen reizvollen Kontrast zu den grünen Hügeln.
- Arco de Santa Catalina, Antigua, Guatemala: Der gelbe Torbogen spannt sich über eine kopfsteingepflasterte Straße und verbindet zwei Gebäudeteile des ehemaligen Klosters Santa Catalina. Er wurde einst errichtet, damit die Nonnen zwischen den Gebäuden wechseln konnten, ohne die Straße betreten zu müssen. Das Bauwerk ist so prägend, dass das Hauptgebäude der guatemaltekischen Post in Guatemala‑Stadt seinem Design nachempfunden ist.
- Cartagena, Kolumbien: Die Stadt an Kolumbiens Karibikküste ist bekannt für ihr ausschweifendes Nachtleben und vergnügungssüchtige Touristen. Doch Cartagena kann auch anders. Vor allem in der Altstadt leuchten die kolonialen Fassaden zwischen Balkonen, Palmen und Bougainvilleen in sattem Gelb in der tropischen Sonne. Das Licht verstärkt die Farben und verleiht den engen Gassen eine ganz eigene, beinahe zeitlose Atmosphäre.
- Hitachi Seaside Park, Ibaraki, Japan: Unzählige Blumen tauchen die Hügel im Frühling in ein leuchtendes Blau. Millionen zarter Nemophila-Blüten überziehen die japanische Landschaft wie ein sanfter Teppich und verschmelzen am Horizont beinahe mit dem Himmel. Je nach Lichteinfall wechseln die Farben von hellem Azur bis zu tiefem Blau. Besonders an klaren Tagen entsteht ein fast unwirkliches Panorama, das Besucher aus aller Welt anzieht.
- Casa Batlló, Barcelona, Spanien: Mitten in Barcelona zieht die Casa Batlló alle Blicke auf sich. Antoni Gaudís Meisterwerk schimmert in unzähligen Farben. Darunter in einem Blau, das an das Meer erinnert und je nach Lichteinfall die Wirkung ändert. Mosaike, geschwungene Linien und organische Formen lassen die Fassade beinahe lebendig wirken. Das Zusammenspiel aus Farbe, Licht und Fantasie macht die Casa Batlló zu einem der faszinierendsten Bauwerke dieser ohnehin schon faszinierenden Stadt.
- Catedral de Mármol, Patagonien, Chile: Im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet hat die Natur im Lago General Carrera ein einzigartiges Kunstwerk geschaffen. Wind und Wasser des Sees formten aus dem Kalkstein filigrane Säulen, Bögen und Höhlen. 1994 wurden die Marmorformationen als Nationaldenkmal unter Schutz gestellt. Am eindrucksvollsten ist die sogenannte „Marmorkathedrale“ vom Wasser aus zu sehen, wenn Licht und Wellen ihre polierten Wände in ständig wechselnde Blautöne tauchen.
- Jodhpur, Rajasthan, Indien: Das nordindische Jodhpur ist auch als „Die Blaue Stadt“ bekannt. Rund um das Mehrangarh-Fort leuchten die Häuser der Altstadt in Blautönen. Ursprünglich kennzeichnete die Farbe die Zugehörigkeit zur Kaste der Brahmanen, doch längst haben andere Bewohner diese Tradition übernommen. Laut der lokalen Überlieferung soll das Blau zudem Moskitos fernhalten. Auf jeden Fall verleiht es der Wüstenstadt eine kühlende Atmosphäre.
Kommentare