Deutschland: Ein Wald aus Linz im Gasometer
Bis Ende 2026 ist im Gasometer Oberhausen die Ausstellung „Mythos Wald“ zu sehen.
Von Manfred Ruthner
Weithin sichtbar ragt der 117 Meter hohe Gasometer über die grüne Naturlandschaft am Rande von Oberhausen. Das Wahrzeichen einer Stadt inmitten des Ruhrgebiets, die mehr als ein Jahrhundert lang von der Schwerindustrie geprägt war. Nach der Stilllegung 1988 wurde der gigantische Gasspeicher zum Industriedenkmal, seit dreißig Jahren wird er als Ausstellungshalle genutzt. Bis Jahresende ist dort „Mythos Wald“, als dritter Teil der „Trilogie der Erde“, zu sehen.
Beim Betreten des dunklen Innenraums beeindruckt ein Originalskelett des vor rund siebentausend Jahren ausgestorbenen Riesenhirsches. Von der Decke des ersten Geschoßes hängen großformatige, hervorragend ausgeleuchtete Bilder, die die Mannigfaltigkeit der Naturlandschaften in Europa zeigen. Der Lebensraum Wald ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen, präsentiert durch Bilder mit lebensgroßen Wölfen, mikroskopischen Vergrößerungen einer Wunderwelt von Kleinstorganismen wie Ameisen oder farbenprächtigen Schleimpilzen.
Die nächste Etage im Gasometer widmet sich den Wäldern weltweit. Ein Fokus ist auf das Amazonasbecken gerichtet, durch Aufnahmen von Sebastião Salgado, einem der renommiertesten Fotografen der Welt. Der Brasilianer porträtierte nicht nur den Regenwald, sondern auch die Menschen der dort ansässigen indigenen Völker. Die Betroffenheit in Kindergesichtern macht die Verletzlichkeit des Amazonas berührend sichtbar. Eine phänomenale Lichtinszenierung eines Mammutbaums im Inneren des Stahlgiganten bildet den Höhepunkt der Ausstellung.
Info
Kunst
Die Ludwig-Galerie im klassizistischen Schloss Oberhausen zeigt unter anderem Comics, Cartoons und Karikaturen. ludwiggalerie.de
Golf
102 Abschlagbahnen auf drei Etagen und digitale Anzeige durch Mikrochips in den Bällen gibt’s bei Topgolf.
Meer
Größtes Sealife-Aquarium Deutschlands mit über 5.000 Meeresbewohnern in mehr als 50 Becken.
Ein Linzer Mammutbaum
Die Kunstskulptur „Der Baum“ ermöglicht als größte Innenraum-Lichtkunstinstallation der Welt einen Blick von dem optisch gestalteten Wurzelwerk bis in die fünfunddreißig Meter hoch in den Gasometer aufsteigende Baumkrone. Österreich-Bezug gibt es auch: Erschaffen von Ars Electronica Solutions aus Linz, betrachtet die Kunstinstallation den Baum als lebendiges System. Wie das Wasser von den Wurzeln bis in die Baumkrone hinaufsteigt, wie sich daraus ein Blätterdach bildet und Vögeln einen Lebensraum bietet. Zeitliche Prozesse, bei denen sich Licht verdichtet, wandert und pulsiert. Untermalt mit einer eigens dafür komponierten Musik von Rupert Huber entsteht ein beeindruckendes visuelles Erlebnis, am besten auf weichen Polstern am Boden liegend zu genießen.
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