Holzsteg mit Geländer führt durch eine grüne Moorlandschaft im Wald.
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Moor statt Meer - ein Abstecher ins Waldviertel

Wer Ruhe und Naturidylle sucht, wird im Heidenreichsteiner Moor im Waldviertel fündig. Ein Rundgang im Spaziermodus.

Moor! Da hat man sofort Bilder im Kopf. Etwa von dem berüchtigten Hund von Baskerville, der schemenhaft aus dem Nebel auftaucht und anderen unheimlichen Gestalten. 

Alles Chimäre! Bei einem Ausflug unlängst ins Waldviertel zeigt sich das Heidenreichsteiner Moor von der Sonnenseite. Klare Luft, leichte Brise: Wanderwetter!

Ausgangspunkt ist das Naturparkzentrum am Rande von Heidenreichstein. Von hier führen gepflegte Wege in den zirka 30 Hektar großen Naturpark. Der 1000-Schritte-Weg (1,1 km), der Moorlehrpfad (2,7 km) und der Waldweg (3,7 km) sind als leichte Rundwanderwege angelegt.

 

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Jeden Donnerstag und Samstag (jeweils um 14 Uhr bis 31. Oktober) begleiten Naturvermittler Besucher gerne durch das Moor. Die Wanderung führt unter anderem zum Prügelsteg und zur Moortretanlage.

©Franz Weingartner

Schon nach wenigen Schritten durch und entlang der Wälder fühlt man sich mit dem uralten Naturraum verbunden. Alles Wissenswerte dazu steht in Abständen auf Informationstafeln. Etwa, dass Moore am Ende der Würmeiszeit, vor 10.000 Jahren, entstanden sind, und sich vom Waldviertel aus entlang der tschechischen Grenze bis nach Oberösterreich erstrecken. Dass der Feuchtlebensraum durch Entwässerung und Entnahme von Torferde, die in Form von Millionen Ziegeln zum Heizen verwendet wurde, fast zerstört worden wäre. Aber auch, dass das Moor 1981 unter Naturschutz gestellt wurde und sich seither regeneriert. Wer Lust hat, kann an einer erlaubten Stelle barfuß durch den wirkstoffreichen Schlamm waten. Teils auf Stegen spaziert man also über das gesundende Feuchtgebiet, wenngleich in jüngerer Zeit nun der Klimawandel den Mooren weltweit zu schaffen macht. 

 

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An der Moortretanlage, dem sogenannten "Moorarium", darf man durch den wirkststoffreichen Schlamm waten.

©Franz Weingartner

Kurzum: Ein Streifzug durch den Naturpark ist ein Labsal für Körper und Gemüt. Gelassen schlendert man dahin, lauscht den Vögeln, weicht den Fröschen aus, die forsch über den Weg hüpfen. Zum Ausklang kehrt man im Naturparkzentrum  ein. Die Waldviertler Mohnzelten und ein Cocktail namens Heidenreichsteiner Moorfrosch sind  – unheimlich – gut.

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Auch im Naturpark Heidenreicher Moor finden sich die für das Waldviertel typischen Wackelsteine. Vorbei an dem Naturdenkmal „Hängender Stein“ flaniert man weiter zur offenen Moorfläche. 

©Franz Weingartner
Cordula Puchwein

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