Miami Beach: Wieso hier Baywatch grüßen lässt
Eigentlich wurde die Baywatch-Serie ja in Kalifornien (zwischen Santa Monica und Malibu) beziehungsweise, ab Staffel zehn, auf Hawaii gedreht. Trotzdem fühlt man sich sofort in das Revier von David Hasselhoff und Pamela Anderson versetzt, wenn man den ersten „Lifeguard Tower“ am Strand von Miami Beach erblickt. Die bunten Türme der Rettungsschwimmer sind beliebte Fotomotive.
Dabei verdanken sie ihre Popularität einer Naturkatastrophe: Als der Hurrikan Andrew 1992 mehrere der bestehenden Türme zerstört hatte, beauftragte die Stadtregierung den Architekten William Lane mit der Gestaltung von Ersatzbauten – sie wurden 1995 zu Symbolen für die Wiederbelebung der Stadt. Zwanzig Jahre später wurde Lane gebeten, neue Entwürfe zu erstellen, denn den bestehenden Türmen hatten Wind und Wetter bereits sehr zugesetzt. So entstanden sechsunddreißig Exemplare in verschiedenen Farben, die zwischen der Südspitze von Miami Beach und der 86. Straße aufgestellt wurden. Übrigens: Wer den scheinbar endlos langen Strand nicht im Sand abwandern möchte, kann die dreizehn Kilometer auch am gepflasterten „Boardwalk“, der direkt neben dem Strand verläuft, absolvieren – diese autofreie, palmengesäumte Promenade nützen Einheimische und Touristen in friedlicher Eintracht zum Flanieren, Joggen und Skateboarden. Stets dabei im Blickfeld: Strand, Meer und die Lifeguard Towers.
Neben dem namensgebenden Traumstrand kann Miami Beach, das mit Miami durch mehrere Brücken verbunden und überraschend grün ist, noch mit einer weiteren Promenade aufwarten – dem „Ocean Drive“.
Legendärer Boulevard
Der verkehrsberuhigte Boulevard ist flankiert von pastellfarbenen Art-Déco-Bauten, die in den 1930ern errichtet und in den 1970ern vor dem Abriss gerettet wurden. Hier ist der Laufsteg von Reich und Schön, in den Restaurants und Bars tummeln sich Promis und Möchtegern-Promis.
Übernachten „The Palms“ mit großer Gartenanlage, Pool und Spa ist nur durch den Boardwalk vom endlosen Strand getrennt
Shopping Die begrünte Lincoln Road Mall gehört zu den wenigen echten Fußgängerzonen in den Großstädten der USA und beherbergt viele Geschäften in Art déco-Gebäuden
Essen Im Garten-Restaurant Lido Bayside Grill auf der Insel Belle Isle, lidobayside.com
Wer dagegen mit den Einheimischen in Kontakt treten will, besteigt einen der Miami Beach Trolleys. Die im Retrostil gehaltenen (aber klimatisierten!) Busse verkehren von der Süd- bis zur Nordspitze der Insel und ermöglichen es jedermann, nach dem Flanieren wieder ins Hotel zurückzukehren – und zwar gratis. Ein sympathischer Zug der Stadtverwaltung, den man im mondänen Miami Beach gar nicht erwarten würde.
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