Ätna spuckt Lava: Touristen bringen sich wegen Selfies in Gefahr

Lava fließt einen schneebedeckten Hang hinunter.
Vulkanausbrauch auf Sizilien: Unzählige schlecht ausgerüstete Besucher ignorieren die Warnungen der Behörden und machen sich auf den Weg zum Krater.

Zusammenfassung

  • Touristen ignorieren Warnungen und begeben sich in Gefahr, um Selfies am Ätna zu machen.
  • Der Katastrophenschutz warnt vor blockierten Rettungswegen und gefährlichen Bedingungen durch Parken an engen Straßen.
  • Trotz Warnungen verlaufen sich Besucher und verletzen sich, während Lava und Schnee explosive Gefahren darstellen.

Auf der Jagd nach spektakulären Fotos überschreiten Touristen oft Grenzen. Das gilt auch im Fall von tausenden Personen, die den derzeit rumorenden Vulkan Ätna auf Sizilien besteigen, um sich dort abzulichten. Unzählige schlecht ausgerüstete Urlauber ignorieren die Warnungen der Behörden, machen sich auf den Weg zum Krater und bringen sich so selbst in Gefahr, warnte der Katastrophenschutz.

Verantwortungslos: In flachen Schuhen am Ätna Lava schauen

Besonders beeindruckend bewegt sich aktuell die Lava vom 3.000 Meter hohen und leicht verschneitem Ätna - und Hunderte von Videos von Tagesausflüglern, die das Gebiet erreicht haben, kursieren im Internet. Ein TikTok-Clip zeigt Dutzende von Touristen in der Nähe eines Lavastroms, der langsam den schneebedeckten Hang hinab fließt.

Mehr Bilder vom spektakulären Vulkanausbruch

Ein Vulkan stößt eine Wolke aus Asche und Rauch in den blauen Himmel aus.

Italy's Mount Etna erupts

Ein Vulkan bricht in einer schneebedeckten Landschaft aus und Lava fließt den Hang hinunter.

Ein Lavastrom fließt einen dunklen Hang hinunter.

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Glühende Lava fließt über schneebedeckten Boden.

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Ein Lavastrom fließt einen schneebedeckten Hang hinunter, während eine Person zusieht.

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Ein Vulkan bricht aus und Lava fließt einen schneebedeckten Hang hinunter.

Leiter des Katastrophenschutzes schlägt Alarm

Siziliens Leiter des regionalen Katastrophenschutzes, Salvo Cocina, bezeichnete den Tourismus der letzten Tage am Ätna als "wild" und "extrem gefährlich" und warnte davor, dass Tagesausflügler, die von dem außergewöhnlichen Anblick angezogen werden, ihre Autos entlang der engen Straßen parken. Mit ihren Fahrzeugen blockieren sie die Rettungsdienste, die infolge nicht an die Hilfsbedürftigen herankommen, beklagen die lokalen Behörden.

In einem Post auf Facebook schrieb Cocina, der Menschenstrom habe einen Verkehrsstillstand verursacht. "Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Situation extrem gefährlich, da die Gefahr von Stürzen groß ist", so Cocina weiter.

Warnungen stoßen auf taube Ohren

Seine Warnung scheint jedoch auf taube Ohren zu stoßen. Acht Personen, darunter zwei Minderjährige, hatten sich am Montag bei einem Ausflug verirrt und wurden erst mehrere Stunden später gefunden. Am Sonntag hatte sich ein 48-jähriger Mann bei einem Sturz den Fuß gebrochen. Die Feuerwehr wurde gerufen, um den Einheimischen zu helfen und den Strom von Touristen und Tagesausflüglern aus Sizilien und anderen Ländern durch die überfüllten Straßen einzudämmen.

Glühende Lava fließt über schneebedeckten Boden.

"Ich habe viele Fotos und Videos von Menschen gesehen, die sich gefährlich nahe an der Lava-Front aufhielten, sogar beim Skifahren", sagte Carlo Caputo, der Bürgermeister von Belpasso, einer Ortschaft in der Nähe des Vulkans. "Das ist zwar visuell beeindruckend, aber auch sehr gefährlich, da die Lava in Wechselwirkung mit dem Schnee explosiv ist", betonte Caputo.

Bereits seit Tagen gibt es am Ätna kleinere Eruptionen begleitet von schwachen Erdstößen. Der Ätna, der im Osten der Insel Sizilien liegt, ist in den vergangenen Monaten wiederholt ausgebrochen. Das Gebiet um den Vulkan ist ein Naturpark und beliebt bei vielen Touristen. Seit 2013 gehört er zum Weltnaturerbe der UNESCO.

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