Diese Zeichnung sorgt in Russland für Wirbel.

© Instagram/kopytov_brewery

Leben
03/26/2019

"Obszön": BDSM-Bier-Etikett sorgt in Russland für Wirbel

Eine Bierflasche und das darauf gedruckte Etikett sorgen in Russland für Aufregung.

"Sex sells" lautet eine bekannte Marketingweisheit. Mit einer sexualisierten Illustration scheint eine russische Brauerei aber zu weit gegangen zu sein. Die Kopytov Brewery in Barnaul, Hauptstadt der russischen Region Altai, lancierte im November 2018 ein neues Bier.

An BDSM-Praktik angelehnt

Beworben wird das Pryanik Imperial Stout mit einer illustrierten Nahaufnahme einer Frau, die einen Ballknebel im Mund hat. Die Optik des Balles wurde einer russischen Traditionsspeise nachempfunden: dem Pryanik, einem flachen Honigkuchen.

Damit schließt sich der Kreis zum Geschmack des Hopfengetränks. Dieser wird auf Instagram als "aromatischer Tsunami aus Zimt, Nelke, Anis, schwarzem Pfeffer und Wacholder" beschrieben – "genau wie ein echter Pryanik, aber verdammt alkoholisch".

einen Instagram Post Platzhalter.

Wir würden hier gerne einen Instagram Post zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Instagram zu.

"Obszön" und "anrüchig"

Die Bildsprache des Etiketts gefällt nicht allen. Wie die BBC berichtet, beschwerte sich Yuliya Shlyakhova, ihres Zeichens Modemacherin, nach der Veröffentlichung beim Antimonopoldienst des Landes. Das Bild zeige "Gewalt gegen Frauen", sei "obszön" und "anrüchig", kritisierte die in Barnaul geborene Russin.

Die Brauerei kann die Kritik nicht nachvollziehen. Der Illustration liege keinesfalls ein anstößiger Hintergedanke zugrunde, man habe zudem großen Respekt vor Frauen und befördere "Humor, Kunst und angemessene Inhalte".

Online-Votum

Die für die Region zuständige Abteilung des Antimonopoldienstes startete daraufhin vor einigen Wochen eine Onlineabstimmung. In dieser sollte geprüft werden, ob die Öffentlichkeit die Werbung als anstößig empfindet. Die Begründung für das Votum: Eine "umfassende Überprüfung erfordert eine Erhebung der sozialen Meinung".

Der Ansatz, die öffentliche Wahrnehmung in Rechtsfragen eine Rolle spielen zu lassen, sorgte ebenfalls für Wirbel. Auf dem Profil des Antimonopoldienstes auf dem russischen sozialen Netzwerk vk.com wurde heftig darüber diskutiert.

Schlussendlich ging die Umfrage zugunsten der Kritiker aus: Laut BBC befanden 58 Prozent der User das Etikett für inakzeptabel. Der Brauerei könnte nun eine Geldstrafe drohen, die Behörde prüft derzeit weitere Schritte.

Yuliya Shlyakhova hofft jedenfalls, dass die Debatte über die Werbung zu einer "Diskussion über Gewalttoleranz sowie die Rechte von Frauen" führen wird.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.