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Leben
11/22/2019

Mann mansplaint Gynäkologin weibliche Anatomie

Mit einem besserwisserischen Kommentar auf Twitter machte sich der Mann mehr als unbeliebt.

Ob in der Arbeitswelt oder im Freundeskreis – ob Kultur oder Politik: Herablassende Erklärungen von Männern, der fälschlicherweise davon ausgehen, sie wüssten mehr über den Gesprächsgegenstand als das – meist weibliche – Gegenüber, sind wahrlich keine Seltenheit. Seit geraumer Zeit hat diese Verhaltensweise auch einen Namen: "Mansplaining" bezeichnet die sexistische Praktik, wenn Männer Frauen ungefragt die Welt erklären, sie belehren oder ihre Aussagen korrigieren. Ob sich die Frau auf dem Gebiet besser auskennt als der Mann, ist dabei unwesentlich.

Vulva vs. Vagina

Ein aktuelles Beispiel treibt die problematische Verhaltensweise gewissermaßen auf die Spitze: Ausgangspunkt ist ein Tweet der britischen Zeitung Guardian. Auf Twitter teilte das Blatt Anfang des Jahres einen Artikel, in dem 100 Portraits der weiblichen Vulva gezeigt werden. Hintergrund ist das Kunstprojekt der britischen Fotografin Laura Dodsworth.

So weit, so unspektakulär.

Ein männlicher User fühlte sich jedenfalls berufen, den seiner Meinung nach falschen Begriff "Vulva" zu korrigieren. "Es heißt Vagina", schrieb Nutzer Paul Bullen in einem Antwort-Tweet an den Guardian.

Weit gefehlt: Die Vulva bezeichnet die äußeren Geschlechtsorgane, beinhaltet also auch die Schamlippen, Klitoris und den Venushügel. Die Vagina ist jedoch das schlauchförmige Organ im Inneren – sie verbindet den Muttermund mit der Vulva.

Als Reaktion auf seine Bemerkung warfen etliche Nutzerinnen dem Mann Mansplaining vor.

Auch Gynäkologinnen meldeten sich auf dem sozialen Netzwerk zu Wort. Eine Frauenärztin schrieb: "Mansplaining beinhaltet, dass ein Mann eine Frau korrigiert, wenn er nicht gefragt wurde oder, wenn er nicht der Experte ist und weniger weiß. Du hast Letzteres getan. Ich bin Expertin für Vulvas und Vaginen – sowohl medizinisch als auch in Bezug auf die Terminologie."

Anstatt sein Unwissen einzugestehen, setzte er noch eins drauf: In weiteren Tweets erklärte er ausführlich, warum er dennoch recht habe. "Ich spreche hier über Alltagssprache, nicht medizinische Begriffe", schrieb er unter anderem.

Neben weiteren entrüsteten Userinnen meldete sich schließlich auch der Account des Wörterbuchplattform Dictionary.com via Twitter zu Wort – mit dem Online-Eintrag zum Wort "Vulva".

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