Landeroboter "Philae" wieder erwacht
Nach mehreren Monaten Funkstille hat sich der Landeroboter "Philae" auf dem fernen Kometen "Tschuri" zurückgemeldet. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag in Köln mit. Der Landeroboter habe sich am Samstag um 22.28 Uhr gemeldet und die ersten 300 von über 8.000 Datenpaketen zur Erde gesendet, sagte eine Sprecherin des DLR.
Nach zehnjähriger Reise mit der Raumsonde "Rosetta" war "Philae" im vorigen November auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" gelandet - allerdings im Schatten. Wegen Strommangels musste der Roboter auf Sonne warten, um neue Energie laden zu können. Philae hatte sich am 15. November 2014 abgeschaltet, nachdem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Seit dem 12. März 2015 war immer wieder die Kommunikationseinheit auf der Raumsonde "Rosetta" eingeschaltet, um den Lander zu rufen und seine Antwort zu empfangen.
Das Geheimnis seiner genauen Entstehung gibt der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ noch nicht preis. Wissenschaftler konnten aber nun zumindest ausschließen, dass Magnetismus eine große Rolle bei der Bildung des Himmelskörpers spielte, wie sie im Fachmagazin „Science“ schreiben. „Das war eine der möglichen Theorien“, sagte Erstautor Hans-Ulrich Auster von der Technischen Universität Braunschweig.
Kein Magnetfeld
Quietsch-Entchen
Die Raumsonde hatte zehn Jahre gebraucht, um „Tschuri“ zu erreichen. Im November wurde das Landegerät dann auf dem Kometen abgesetzt. „Philae“ konnte zwar kurzzeitig einige Daten senden, dann fiel das Landegerät aber wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf. Das Aufsetzen des Landers war nicht ganz glatt gegangen. Das Gerät machte mehrere Hüpfer und kam etwa einen Kilometer vom ursprünglichen Ziel entfernt zum stehen. Eine Katastrophe für einige Experimente, für Auster und seine Kollegen ein Glücksfall: „Uns kam die Sache natürlich entgegen, dass der mehrfach gehopst ist.“ Es konnte dadurch an vier verschiedenen Stellen von „Tschuri“ gemessen werden. Solange kein weiterer Komet untersucht sei, müsse man davon ausgehen, dass die Messungen auch für andere Kometen seiner Klasse repräsentativ seien, sagte Auster. „Tschuri“, der einem kilometergroßen Quietsche-Entchen ähnelt, wurde 1969 entdeckt.
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