So dürfte es ausgesehen haben, als Philae vergangenen November gelandet ist - unglücklicherweise auf der Schattenseite des Kometen

© /ESA/ATG medialab

Tschuri
06/14/2015

Landeroboter "Philae" wieder erwacht

Nach mehreren Monaten Funkstille hat Philae die erste 300 Datenpakete zur Erde gesendet.

Nach mehreren Monaten Funkstille hat sich der Landeroboter "Philae" auf dem fernen Kometen "Tschuri" zurückgemeldet. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag in Köln mit. Der Landeroboter habe sich am Samstag um 22.28 Uhr gemeldet und die ersten 300 von über 8.000 Datenpaketen zur Erde gesendet, sagte eine Sprecherin des DLR.

Nach zehnjähriger Reise mit der Raumsonde "Rosetta" war "Philae" im vorigen November auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" gelandet - allerdings im Schatten. Wegen Strommangels musste der Roboter auf Sonne warten, um neue Energie laden zu können. Philae hatte sich am 15. November 2014 abgeschaltet, nachdem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Seit dem 12. März 2015 war immer wieder die Kommunikationseinheit auf der Raumsonde "Rosetta" eingeschaltet, um den Lander zu rufen und seine Antwort zu empfangen.

Wie enstand Tschuri wirklich?

Das Geheimnis seiner genauen Entstehung gibt der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ noch nicht preis. Wissenschaftler konnten aber nun zumindest ausschließen, dass Magnetismus eine große Rolle bei der Bildung des Himmelskörpers spielte, wie sie im Fachmagazin „Science“ schreiben. „Das war eine der möglichen Theorien“, sagte Erstautor Hans-Ulrich Auster von der Technischen Universität Braunschweig.

Kein Magnetfeld

Die Forscher hatten mit speziellen Messgeräten, die in Braunschweig entwickelt und betreut werden und auf der Raumsonde „Rosetta“ und dem Landeroboter „Philae“ installiert sind, den Magnetismus des Kometenkerns vermessen. „Die Frage war völlig offen. Man war noch nie auf einem Kometen.“ Ergebnis: Nichts. „Tschuris“ Kern hat kein Magnetfeld. Bislang galt es als möglich, dass in einer bestimmten Entstehungsphase des Kometen magnetische Kräfte beteiligt waren. Laut Auster gibt es viele weitere Theorien, die es noch zu prüfen gilt. Die Ergebnisse wollte er auch am Dienstag bei der Generalversammlung der Europäischen Vereinigung für Geowissenschaften (EGU) in Wien vorstellen.

Quietsch-Entchen

Die Raumsonde hatte zehn Jahre gebraucht, um „Tschuri“ zu erreichen. Im November wurde das Landegerät dann auf dem Kometen abgesetzt. „Philae“ konnte zwar kurzzeitig einige Daten senden, dann fiel das Landegerät aber wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf. Das Aufsetzen des Landers war nicht ganz glatt gegangen. Das Gerät machte mehrere Hüpfer und kam etwa einen Kilometer vom ursprünglichen Ziel entfernt zum stehen. Eine Katastrophe für einige Experimente, für Auster und seine Kollegen ein Glücksfall: „Uns kam die Sache natürlich entgegen, dass der mehrfach gehopst ist.“ Es konnte dadurch an vier verschiedenen Stellen von „Tschuri“ gemessen werden. Solange kein weiterer Komet untersucht sei, müsse man davon ausgehen, dass die Messungen auch für andere Kometen seiner Klasse repräsentativ seien, sagte Auster. „Tschuri“, der einem kilometergroßen Quietsche-Entchen ähnelt, wurde 1969 entdeckt.

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