Wie glücklich sind die Österreicher?

Ein Marienkäfer sitzt auf einer Margerite.
Studie: Glück vor allem durch Gesundheit, Familie, Beziehung und Geld.

Das Verhältnis des Österreichers zum Glück erkennt man im Sprachgebrauch: „Glücksritter“ ist ein waghalsiger Mensch, „g’rad noch a Glück“ erfindet eine unsichtbare Grenze zwischen Desaster und Katastrophe, „Glückskind“ ist manchmal zynisch gemeint, das Gleiche gilt für den „Glückspilz“, wobei uns als Glücksbringer der giftige Fliegenpilz dient.

Sonnenstrahlen scheinen durch das Blätterdach eines Waldes hindurch.

Ein geöffnetes Fotoalbum mit Schwarzweißfotos von Babys.

Eine Frau liest ein Buch, während eine Katze auf ihrer Brust auf einem farbenfrohen Balkon liegt.

Bildnummer: 35637508…
Ein Mann hält seine Hand auf seine Brust.

Drei Sonnenblumen vor einem strahlend blauen Himmel mit der Sonne im Zenit.

Sonnenblumen im Sonnenschein
Eine Frau joggt an einem sonnigen Tag durch einen Park.

Joggen mit Laila Daneshmandi, Türkenschanzpark…
Die Webseite „Meldestelle für Glücksmomente“ mit einem Pinguin-Logo unten links.

Nahaufnahme eines lächelnden Mundes mit Zähnen.

Tag des Lächelns
Eine Tasse Cappuccino mit Milchschaum und Kakaopulver auf einem Tisch.

Kaffee
Eine Frau sitzt in Bikini auf einem Felsen im Meer und meditiert.

Meditation Artikelnummer:184682417 Fotograf:AnaA…

Berücksichtigt man dazu das Raunzer-Image des Österreichers, überrascht eine neue Umfrage: Rund 50 Prozent der Österreicher nennen sich glücklich, wobei das Gefühl mit dem Haushalts-Netto-Einkommen steigt – bis 2000 Euro sind es 33 Prozent, bis 3000 Euro schon 58 Prozent.
Wie es sich für ein Land gehört, in dem „Du, glückliches Österreich, heirate!“ einst Herrschermotto war, nennen sich Verheiratete sehr oft „zufrieden“ (58 %), Vergebene oft (48 %) und Singles immerhin nicht ganz selten (39 %). Sogar der Zukunft sehen die Menschen im Land freudig entgegen: 96 Prozent glauben, in fünf Jahren gleich glücklich (64 %) oder sogar glücklicher zu sein (32 %). Spannend: Vor allem die Jugend (14 bis 19 Jahre) geht davon aus, glücklicher zu werden (59 %). Bei den 60- bis 69-Jährigen liegt dieser Wert nur mehr bei zehn Prozent.


Die Studie, für die Marketagent.com 1000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren online befragte, wirft rechtzeitig zum „Internationalen Tag des Glücks“ am 20. März auch im Detail ein gutes Licht auf das österreichische Gemüt. Besonders familiäre Situation (42 %), Wohnsituation (39 %) und Beziehungsstatus (38 %) gaben die Befragten als zufriedenstellend an. Am meisten Sorgen haben Menschen laut Studie mit ihrer finanziellen Situation (12 %), dem Aussehen (17 %) und ihrer Gesundheit (27 %). Letztgenannte ist generell ein Kernfaktor für Glücksgefühl: 49 Prozent reihen Gesundheit vor Familie (27 %) und Freunden (17 %) als wichtigsten Bereich.

Bruttonationalglück

Die Glücksforschung, ein interdisziplinäres Feld zwischen Soziologie, Psychologie und Marktforschung, erlebt derzeit großes Interesse. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Glück (haben) und dem Gefühl, glücklich zu sein. Ein solches Glück-Gefühl und damit verbundene Zufriedenheit fördern Gesundheit und Erfolg, sind ein Antrieb des Menschen. So dient Glück als Gegentrend zum Konsum als Leitmotiv, darf aber nicht als neues Luxusphänomen missbraucht werden, betonen Glücksforscher wie Studien-Mitautor Dominik Dallwitz-Wegner: „Was Glück angeht, sind wir teilweise noch im Mittelalter. Dabei wissen wir durch die Glücksforschung genau, was wir für mehr Glück und Zufriedenheit tun müssen. Jetzt müssen wir es nur noch tun.“
Gemeint ist damit der Blick auf das eigene Leben, die Sinnfrage, was glücklich macht und was nur „satt“? Diese Überlegung war auch Teil des Konzepts von Jigme Thinley. Der ehemalige Premierminister des Himalayastaates Bhutan erfand in den 1970er-Jahren den Begriff „Bruttonationalglück“, heute Teil der Verfassung von Bhutan: Per Fragebogen sagt das Volk, wie glücklich es ist, ob genug Zeit für Freunde und Familie bleibt. Mittlerweile haben auch Ecuador und Bolivien das Recht auf „Glück“ in der Verfassung verankert.
In Österreich schätzen laut der aktuellen Studie nur 15 Prozent das eigene Volk als „glücklich“ ein. Wobei auffällt, dass jene, die sich selbst als glücklich bezeichnen, die Mitbürger eher unglücklich sehen.
Und umgekehrt.

Eine Infografik zum Thema Glück, basierend auf einer Umfrage aus dem Jahr 2015.

Kommentare