Restlverwertung vom Oster-Essen: Tipps vom Haubenkoch
Der österreichische Haubenkoch Wolfgang Bauer verrät, wie mit wenig Aufwand g’schmackige Gerichte entstehen.
Kaum ist Ostern vorbei, bleibt vom Festschmaus noch so einiges übrig – von gekochten Eiern bis zu Osterschinken und Striezel.
Was tun mit den Resten? „In der heutigen Zeit muss man wirklich nichts wegschmeißen“, betont der österreichische Zwei-Haubenkoch Wolfgang Bauer vom Hotel Schachner in Maria Taferl. Er setzt bei der Restlverwertung auf einfache Klassiker, die schnell zubereitet sind.
Dazu gehören etwa Schinkenfleckerl: Übrig gebliebener Schinken findet darin ebenso Platz wie Nudeln aus dem Vorrat. Ebenso bewähren sich Aufläufe. Das geht ganz einfach, sagt Bauer: „Nudeln kochen, Schinken und Eier aufschneiden, alles in eine Auflaufform geben, mit einer feinen Béchamelsauce übergießen und anschließend mit Käse im Ofen überbacken.“
Grenadiermarsch
Mit einem Überschuss an Ostereiern lassen sich zudem auch wunderbar Soßen zubereiten, etwa Mayonnaise oder Sauce tartare.
Wer daneben auch noch Schinken, Paprika und Erdäpfel oder Nudeln übrig hat, macht aus den Osterresten einen Grenadiermarsch. Den sollen der Überlieferung nach ausgerechnet die Grenadiere der Monarchie besonders geliebt haben, weshalb diese Soldaten der Infanterie zum Namensgeber wurden. Noch heute ist das deftige Gericht auch in Ungarn und Tschechien verbreitet. Praktischerweise kann man ihn je nach Lust und Verfügbarkeit in der Pfanne braten oder im Ofen backen. Dafür werden etwa Erdäpfel in einer Auflaufform geschichtet und mit Käse überbacken.
Bei Fleischresten, etwa vom Lammbraten, kann man sich noch etwas Zeit lassen mit der Verarbeitung. Im Kühlschrank lassen sie sich problemlos zwei bis drei Wochen lagern, sagt Bauer. „Dafür am besten vorher vakuumieren und für 20 Minuten ins Wasserbad legen.“
Süße Rezept-Ideen
Übrig gebliebenem Osterstriezel oder Osterlamm verarbeitet Bauer gern süß im Ofen zu einem Apfelscheiterhaufen. Dafür werden die Striezel in Scheiben geschnitten, in eine Milch-Eier-Mischung getaucht, abwechselnd mit Apfelscheiben in einer Form geschichtet und im Rohr gebacken. Zum Schluss kommt eine Haube aus geschlagenem Eiweiß auf den Auflauf, die kurz überbacken wird.
Apfelscheiterhaufen
©Getty Images/iStockphoto/Sunshine_butterfly/iStockphotoOsterpinzen wiederum harmonieren hervorragend mit süß-säuerlichem Powidl, der zwischen zwei Scheiben gefüllt wird. Durch eine Milch-Ei-Mischung gezogen und in heißer Butter herausgebacken, wird das Ostergebäck zur Haupt- oder Nachspeise.
Auch Schoko-Osterhasen lassen sich gut verwerten, beliebt ist zum Beispiel Schokosoße. „Schwierig wird“s, wenn es Milchschokolade ist. Sie schmilzt leider nicht so gut„, gibt Bauer zu bedenken. Alternativ rät er zu Brownies oder Cookies (Rezept finden Sie HIER). Damit auch wirklich keine Osterreste übrig bleiben.
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