Haubenkoch Juan Amador

Guide Michelin: Wer 2026 die neuen Sterne bekommt

Nach der Rückkehr nach Österreich im Vorjahr bewertet der berühmte Restaurantguide auch heuer die heimische Gastronomie: Heuer gibt es noch mehr Sterne.

Die wichtigsten Ergebnisse

2025 wurden von den Restauranttestern des Guide Michelin erstmals nach 16 Jahren wieder österreichische Restaurants offiziell bewertet. Die Rückkehr des berühmten Restaurantguides wurde von der Branche als starkes Zeichen gewertet: Österreichs Gastronomie hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Die Ausgabe 2026 wurde mit Spannung erwartet. Gleich vorweg: Insgesamt verfügt Österreich nun über 101 Sternerestaurants.

Und tatsächlich wartet die Selektion, die am 18. März veröffentlicht wurde, mit einigen Überraschungen auf. Nicht direkt an der Spitze - aber die im Detail gibt es tatsächlich Überraschendes. Das Branchenportal "Kalk und Kegel" zeigt Österreich auf dem dritten Platz des Weltrankings: "Österreich überholt Belgien und Frankreich im Weltranking und liegt nun auf Platz 3 mit 13,54 Sternen pro Million Einwohner. Für die Statistik haben wir die Sterne jedes Landes ermittelt sowie die jüngsten offiziell verfügbaren Einwohnerzahlen."

Für viele Küchenchefs bedeutet die Michelin-Auszeichnung mehr als nur Prestige – sie kann neue Gäste anlocken, den Bekanntheitsgrad steigern und Türen zu Kooperationen öffnen. Gleichzeitig ist sie ein Ansporn, die Qualität dauerhaft auf höchstem Niveau zu halten.

An der Spitze hat sich die Bewertung kaum verändert: Auch 2026 gibt es in Österreich mit Juan AmadorsAmador Restaurant“ und Heinz ReitbauersSteirereck“ zwei Restaurants, die mit 3 Sternen bewertet wurden. Und die ihre Position verteidigten. 

Unter den Lokalen mit zwei Sternen gibt es nun insgesamt 19 Nennungen - und einen Neuzugang, wie der „Guide Michelin“ berichtet: Die Weinbank – Restaurant in Ehrenhausen (Steiermark) hatte mit Küchenchef Gerhard Fuchs im Vorjahr bereits einen Stern erhalten. Das Restaurant wurde heuer sogar doppelt ausgzeichnet. Auch die Weinexpertise von Mitinhaber und Sommelier Christian Zach würdigten die Restauranttester mit der Auszeichnung "Sommelier des Jahres".

Diese Restaurants wurden mit zwei Sternen bewertet:

  • Landhaus Bacher, Mautern, NÖ
  • Die Weinbank, Ehrenhausen, Stmk.
  • Döllerer, Golling, Sbg.
  • Schwarzer Adler, Hall in Tirol, Tirol
  • Rote Wand Chef's Table, Lech/Arlberg, Vbg.
  • Stüva, Ischgl, Tirol
  • Taubenkobel, Schützen am Gebirge, Bgld.
  • Obauer, Werfen, Sbg.
  • SENNS. Restaurant, Sbg.
  • Mraz & Sohn, Wien
  • Konstantin Fillipou, Wien
  • Ikarus, Sbg.
  • Silvio Nickol Gourmet Restaurant, Wien
  • Ois, Neufelden, OÖ
  • Griggeler Stuba, Lech/Arlberg, Vbg.
  • Restaurant 141 by Joachim Jaud, Mieming, Tirol
  • Kräuterreich by Vitus Winkler, St. Veit/Pongau, Sbg.
  • Gourmetrestaurant Tannenhof, St. Anton/Arlberg, Tirol
  • Doubek, Wien

 

Ein Stern: Hohe Qualität und Zuwachs

Auch die mit einem Stern ausgezeichneten Lokale zeigen die hohe Qualität der heimischen Küche. 22 neu ausgezeichnete wurden in die Liste aufgenommen, in Summe sind es 80. Die Michelin-Tester heben einige Restaurants besonders hervor. 

Dazu zählt beispielsweise das Ansitz 12 von David und Anita Senfter. In dem gemütlichen Restaurant in einem historischen Gasthof in Lienz in Osttirol) setzt der Patron bei seiner modernen Küche auf die Zubereitung über offenem Feuer. Im RAR Fine Dining in Maria Alm (SBG) darf man sich am Hochkönig auf die detailreiche asiatisch-alpine Küche von Maximilian Reuter freuen, für die auch Produkte aus familieneigener Erzeugung zum Einsatz kommen. 

Das Zimmerl in Waidhofen an der Thaya (NÖ) trumpft mit einem spannenden Weltstadt-Konzept auf dem Land: In chic-urbanem Ambiente bringt Bernhard Zimmerl einen nicht alltäglichen Mix aus Weinviertler und japanischen Einflüssen auf den Teller. Interessant auch das JOLA in Wien, in dem Jonathan Wittenbrink und Larissa Andres tolle vegane Küche in Form eines kreativen Überraschungsmenüs servieren. Für seine verantwortungsvolle, saisonal und regional bezogene Philosophie erhielt das Restaurant zudem den Grünen Stern. Ebenfalls in der Hauptstadt lockt Küchenchef Jaeho Jung im Addiert mit einem Stück Korea mitten in Wien – ein auf wenige Gäste begrenztes „Chef’s Table“-Erlebnis.

„Michelin“ war Maßstab

Der Guide Michelin, weltweit für seine Sterne-Bewertungen bekannt, hat in Österreich eine wechselvolle Geschichte. Erstmals wurden heimische Restaurants 1983 bewertet, damals noch gemeinsam mit der Deutschland-Ausgabe. In den folgenden Jahren rückten die Sterne österreichische Spitzenköche ins internationale Blickfeld und galten als wichtiger Maßstab für kulinarische Qualität.

2009 stellte der Verlag die Österreich-Bewertungen ein – offiziell aus strategischen Gründen. Für die Gastronomie bedeutete das den Verlust eines weltweiten Gütesiegels, praktisch von heute auf morgen.

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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