Leben
20.11.2017

Sexleben der Jugendlichen wird immer vielfältiger

Die Anzahl jener, die Analsex praktizieren, ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen.

Die sexuellen Vorlieben von Heranwachsenden werden immer facettenreicher - so lässt sich das Ergebnis einer groß angelegten Studie aus Großbritannien zusammenfassen. Die Erhebung, durchgeführt von der London School of Hygiene & Tropical Medicine und publiziert Journal of Adolescent Health, basiert auf Daten aus den vergangenen 25 Jahren und umfasst Interviews mit 45.000 Personen.

Wie die Ergebnisse zeigen, ist Vaginalverkehr und Oralsex immer noch die beliebteste Kombination von Sexualpraktiken unter jungen, heterosexuellen Menschen. Der Anteil jener 16- bis 24-Jährigen, die im vergangenen Jahr Vaginal-, Oral- und Analsex hatten, ist aber deutlich gestiegen: Anfang der Neunziger traf dies auf eine von zehn Personen zu, 2010 bis 2012 bereits auf ein Viertel der Männer und ein Fünftel der Frauen. Die stärkste Verbreitung von Analsex gab es im vergangenen Jahrzehnt übrigens bei den 16- bis 18-Jährigen.

Sexualbildung neu denken

Studienautorin Ruth Lewis betonte, dass die Lehrpläne vom Sexualkundeunterricht an die Trends unter den Jugendlichen angepasst werden müssen. "Unsere Studie unterstreicht die Bedeutung von sorgfältiger Sexualbildung, die es ermöglicht, Themen wie Einverständnis und Sicherheit zu diskutieren."

Co-Autorin Kaye Wellings sagte, die Veränderungen im Sexleben von Jugendlichen seien ob der steigenden Anzahl an äußeren Einflüssen wenig überraschend. "Es ist wichtig, bei den Trends up to date zu bleiben, um den jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sicherzustellen."

Das Alter, in dem Heranwachsende ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich verändert: Beim ersten Kuss waren die zwischen 1990 und 1996 Geborenen im Durchschnitt 14, beim ersten Sex 16 Jahre alt.