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„Y.M.C.A.“ Village People-Sänger Victor Willis ist tot

Der Sänger, der als Motorradpolizist auftrat, distanzierte sich zuletzt von der Rolle seiner Band als Schwulenikonen - und spielte für Trump.
US Presidential Inauguration 2025

Victor Willis, der langjährige Frontman der Band „Village People“, die mit Songs wie „Y.M.C.A“ oder „In the Navy“ globale Mitsing-Hist gelandet hatte, ist tot. Laut einem Posting auf seiner offiziellen Facebook-Page starb er am Dienstag 74-jährig nach einer „kurzen, aggressiven Krankheit“. 

Willis war Gründungsmitglied der  1977 ins Leben gerufenen Gruppe, die eigentlich keine Band, sondern ein Studioprojekt war, das erst nach ersten Erfolgen mit absichtlich klischeehaften Figuren "ausgestattet" wurde. Dabei nahm man absichtlich auf Klischees der Schwulenkultur Bezug - eine Verbindung, die Willis später abstritt. 

 US-Präsident Donald Trump hatte die Partyhymne "Y.M.C.A., bei der Willis als Ko-Autor geführt wurde, nämlich als einen Lieblingssong entdeckt und bei Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt. Viele Fans - und einige Ex-Mitglieder der Village People - hatten das als unzulässige Vereinnahmung gesehen und sich gegen die Verwendung des Hits gewehrt. Willis änderte allerdings seine Meinung, weil Trump dem Song zu neuer Popularität verholfen hatte - und ihm selbst zu weiteren Tantiemeneinnahmen. 

Bei den Feierlichkeiten zur Amtseinführung Trumps 2025 waren die "Village People" dann ein Showact - und der Präsident tanzte mit, was selbst Anlass zu unzähligen Memes gab. 

Dass die Hymne an die „Young Men's Christian Association“, die als Einrichtung für Jugendherbergen und Fitnesscenter auch ein populärer Treffpunkt für Schwule war, ganz gezielt auf die „Gay Community“ geschneidert worden war, schien da vergessen. Dabei hatten die „Erfinder“ der Band, die französischen Produzenten Jacques Morali und Henri Belolo, diese Zielgruppe von Anfang an im Auge gehabt. 

Die beiden entdeckten den gebürtigen Texaner Willis 1977 durch ein Demo-Tape und engagierten ihn zunächst als Backgroundsänger. Nach dem Erfolg des Debüts „Village People“ engagierte das Team Tänzer, die in bestimmten Rollen auftragen: Willis selbst war der Motorradcop oder der Marineoffizier; weitere Typen waren der „Cowboy“ (die Erstbesetzung, der Sänger Randy Jones, tritt immer noch in dieser Rolle auf), der „Indianer“, der „Bauarbeiter“ und der „Leatherman“. Verschiedene Personen sollten in der Folge diese Rollen besetzen.

Trump holds DC rally day before inauguration

Frontman per Dekret

Am zweiten Album der Village People,  „Cruisin“ (1978) schien Willis als Co-Autor auf. Neben „Y.M.C.A.“ fanden sich auf der Platte weitere Songs mit Anleihen an die Schwulenkultur, etwa „I'm A Cruiser“, „My Roommate“, „Hot Cop“ oder „Ups and Downs“ (eine Anspielung auf Partydrogen). Willis selbst schied 1979 aus der Gruppe aus, hatte zwischenzeitlich Alkohol- und Drogenprobleme und führte mehrere Gerichtsprozesse um Copyrights und Tantiemen. 2017 erhielt er das Recht zugesprochen, den Namen „Village People“ zu nutzen und unter diesem mit anderem Personal aufzutreten. Die Wurzeln in der schwulen Subkultur der 1970er hatte Willis bei dieser „Wiedergeburt“  abgelegt. 

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