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Literatur
11/02/2019

Wikinger-Saga: Bestseller aus Norwegen

Der Autor Bull-Hansen hatte zuerst die Axt geschwungen, bevor er zu schreiben begann.

von Peter Pisa

Bevor der Norweger Bull-Hansen (Foto oben) zum ersten Mal über Wikinger schrieb, baute er eine Axt. Damit spaltete er einen Kopf.

Einen künstlichen.

Das nennt man Recherchieren. Bull-Hansen bastelte auch viele Pfeile und Bögen, die besten Bögen aus Eibe, wobei er nicht geschnitzt hat, sondern tagelang mit der Klinge nur leicht übers Holz fuhr, sodass sich haarfeine Späne lösten.

Und er segelte manche Routen im Meer, bevor er seine Helden folgen ließ.

Mit der Jomswikinger-Saga landete der norwegische Meister im Gewichtheben nicht allein in seiner Heimat einen Bestseller. Sieben Bände sollen es werden, mindestens. Ab Band zwei geht’s nach Amerika.

Hüfthoch

Die Jomswikinger waren vor 1000 Jahren Söldner, zur Zeit des dänischen Königs Blauzahn und des norwegischen Königs Tryggvasons ... dessen Männer den zwölfjährigen Torstein Tormodson versklaven und dessen Vater umbringen.

Die Saga ist Torsteins Lebensgeschichte. Wobei man gleich am Anfang merkt, dass es brutal wird. Wikinger waren brutal.

Vater wird aufgespießt, aber er geht ein paar Schritte, „als bemerkte er nicht, dass ihm der Darm aus dem Bauch gezogen wurde, bis schließlich eine große Blase herausplatzte und vor seinen Füßen landete.“

Auch wird noch einem Kind der Kopf abgeschnitten, danach wird es blutärmer. Erst auf den letzten Seiten entsteht ein „hüfthoher Wall“ aus Leichen.

Torstein gelingt die Flucht auf die (heute schottischen) Orkney Inseln, er wird Söldner, ein Seher prophezeit, er werde das Blut von zwei Königen in seiner Hand haben. (Der Seher fällt daraufhin in Ohnmacht.)

Bjørn Andreas Bull-Hansen trägt nicht viel dicker auf als notwendig. Er baut viele Fakten ein. Wie Wikinger gelebt und wie sie gekämpft haben. Der persönliche Lieblingssatz ist harmlos:

„Halvor wischte sich die Nase ab, räusperte sich und spuckte auf den Boden, bevor er vom Pferd in seine eigene Spucke stieg.“

Bjørn Andreas Bull-Hansen:
„Viking – Eine
Jomswikinger-Saga“
Übersetzt von Günther Frauenlob und Karoline Hippe.
Penguin Verlag. 688 Seiten.
14,40 Euro. 

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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