Christian Kircher, Chef der Bundestheaterholding: „Witzig ist die Situation natürlich nicht.“ 

© Kurier/Gilbert Novy

Kultur
11/15/2021

Wiener Theater plädieren für eine konsequente FFP2-Maskenpflicht

Dass auch Dreifachgeimpfte nur mit negativem PCR-Test Einlass finden dürfen, sieht man als problematisch an

von Thomas Trenkler

Den Theaterdirektoren widerstrebt die Vorstellung, dass die Besucher zusätzlich zum 2-G-Nachweis auch noch einen PCR-Test benötigen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Durch die Bank rühmt man zwar die Situation in Wien. Denn aufgrund der Gurgelboxen, die jeden Tag geöffnet haben, ist es prinzipiell allen möglich, auch am Montagabend beim Theatereingang ein negatives Ergebnis vorzuweisen. Aber für jene, die aus den Bundesländern anreisen, würde der Besuch kompliziert, wenn nicht gar verunmöglicht. Was also wäre die Konsequenz? Am Montag nicht zu spielen?

Christian Kircher, Chef der Bundestheaterholding, drückt es lapidar aus: „Witzig ist die Situation natürlich nicht.“ Er scheut sich jedoch, bereits jetzt Konsequenzen zu ziehen. Denn noch lebt die Hoffnung, dass die Politik auf den PCR-Test verzichtet – und stattdessen wieder die Maskenpflicht einführt. Mit dieser könnten alle gut leben.

Das Burgtheater zum Beispiel würde „eine FFP2-Maskenpflicht sehr begrüßen“. Thomas Gratzer, Chef des Rabenhofs, meint, dass sein Publikum konsequent beim Tragen der FFP2-Maske sei – auch ohne die Verpflichtung. Und das Werk X in Meidling hat sie nie aufgehoben, wie Ko-Direktor Harald Posch erklärt: Das Publikum hätte sie „weitestgehend mitgetragen“.

Aber auch wenn die PCR-Pflicht kommen sollte, die für einen Rückgang an Kartenverkäufen sorgen dürfte, weil man nicht mehr spontan ins Theater gehen kann (außer man testet sich jeden zweiten Tag): In keinem Haus denkt man an Schließung. „Wir müssen uns zumindest ein Minimum an Normalität erhalten“, sagt Gratzer. „Daher: Auf jeden Fall weiterspielen!“

Christiane Huemer-Strobele, Kommunikationschefin des Theaters in der Josefstadt, ergänzt: „Mit 2-G plus PCR-Test oder Maske ist es im Theater doch genauso supersafe wie allein zu Hause. Und da ist es doch im Theater superer als allein zu Hause.“

 

Staatsoperndirektor Bogdan Roščić sagt: „Kein Theater will geschlossen werden, solange man spielen und dabei ausreichend Sicherheit für Mitarbeiter und Publikum garantieren kann. Ob das in einer Realität, die von den Ungeimpften gemacht wird, überhaupt noch möglich ist, werden die nächsten Tage zeigen. Unabhängig davon muss man sehen, ob das geimpfte Publikum die jetzt gesetzten Maßnahmen akzeptiert.“ Da schwingt Zweifel mit. Kay Voges, Direktor des Volkstheaters, bedauert den Schaden, der schon jetzt entstanden ist: „Die Auswirkungen werden uns noch sehr lange beschäftigen. Und die neuen Maßnahmen verschärfen die Situation abermals.“

Die Zeit der Renitenz ist aber vorbei: Alle kontaktierten Theaterhäuser versichern, die Maßnahmen der Regierung „akkurat“ (so die Wortwahl von Volksoperndirektor Robert Meyer) bzw. „vollinhaltlich“, wie es Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, ausdrückt, umzusetzen.

Aber das wird nicht ohne zusätzliche Subventionen gehen. Bogdan Roščić spricht es direkt an: „Sollte sich die Staatsoper durch die PCR-Tests auch für dreifach Geimpfte und abendliche Ausgangssperren bei gleichzeitig vollen Kosten leeren, wird sie gezwungen sein, den Eigentümer zu fragen, wie er mit dieser Situation umgehen will.“ Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer war nicht erreichbar.THOMAS TRENKLER

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