Soap & Skin

© Kurier / Gilbert Novy

Kultur
05/12/2021

Wiener Festwochen: Eröffnung feiert die Vielfalt - ohne Publikum

Auftritte von Herbert Pixner Projekt, Die Strottern und Soap&Skin, "Festzug" mit Autos. Freitag ab 21.20 Uhr auf ORF 2 und 3sat

Am Freitagabend fällt der offizielle Startschuss für die diesjährigen Wiener Festwochen. Coronabedingt muss das Eröffnungskonzert, das ab 21.20 Uhr u.a. von Die Strottern, dem Herbert Pixner Projekt und Soap&Skin bestritten wird, ohne Publikum vor Ort stattfinden, wird allerdings in ORF 2 und 3sat übertragen. Musikalisch will man zum 70-Jahr-Jubiläum des Festivals einen Bogen über drei Jahrhunderte spannen und die Vielfalt zelebrieren.

"Wir haben Künstlerinnen und Künstler ganz unterschiedlicher Genres und die aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, aber in Wien leben, eingeladen, um die Vielfalt dieser Stadt zu zeigen", sagte Paul Gallister, musikalischer Leiter des am Rathausplatz stattfindenden Abends, am Mittwoch vor Journalisten. Außerdem soll eine Brücke zur geplanten Eröffnung des vergangenen Jahres, die wegen der Pandemie abgesagt und - anlässlich des Jubiläumsjahrs zum 250. Geburtstag des Komponisten - Beethoven in den Mittelpunkt gerückt hätte, geschlagen werden.

Insofern legen nach den Begrüßungsworten von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) das Koehne Quartett und Phoen Extended mit Beethovens "Freude, schöner Götterfunken" los. Danach interpretiert das Wienerlied-Duo Die Strottern den misanthropischen Song "Alle Menschen san ma zwider". Strottern-Hälfte Klemens Lendl will das Lied aber nicht als Freudenbekundung über das abwesende Publikum verstanden wissen. "Man vermisst die Leute schon sehr", sagt er nach 15 Monaten Corona. Über die Teilnahme an der Festwochen-Eröffnung freut er sich insofern, als diese "kein Museumsfestival" sind, "wo man das hört, was man eh immer hört, sondern immer Neues und Spannendes hören kann".

Neben der Eigenkomposition "schaun, zaahn, drahn" performen Die Strottern gemeinsam mit Percussionist Amir Wahba und dem Herbert Pixner Projekt auch den Volksliedklassiker "O du lieber Augustin". Dass der Auftritt am Freitag ohne Menschen stattfinden wird, sieht Pixner gelassen: "Ganz egal, ob Publikum da ist oder nicht - wir freuen uns, zusammen wieder Musik machen zu können. Es ist schön, die Instrumenten nach eineinhalb Jahren wieder auszupacken." Grundsätzlich ist der in Südtirol geborene Musiker aber schon der Überzeugung, dass es ohne Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Dauer nicht geht: "Wir haben uns jetzt eineinhalb Jahre digital über Wasser gehalten, aber es braucht die Interaktion mit Menschen vor Ort."

Neben Hernan Toledo & Tango Friends steht Pixner am Freitag auch mit der iranstämmigen Sängerin Golnar Shahyar auf der Bühne, um ihr Stück "Negaram" darzubieten. Sie habe das Lied für ihre Schwester geschrieben, die weit weg in Toronto lebt: "Es geht um Sehnsucht", erzählte Shahyar heute. Zerstreute Familien sei das Schicksal vieler Iranerinnen und Iraner. Trotz Abwesenheit des Publikums sei das Festwochen-Konzert ein "riesiger Schritt" zurück auf die Bühne.

Gut ein Dutzend Beiträge stehen am Eröffnungsabend am Programm. Mit dabei sind neben den genannten Künstlerinnen und Künstlern etwa auch Mira Lu Kovacs, Marie Spaemann, Lukas Lauermann und Ernst Molden. Zum Abschluss wartet ein von Choreografin Florentina Holzinger konzipierter "Festzug" auf das Fernsehpublikum. Zu zwei Kompositionen von Anja Plaschg alias Soap&Skin wird es eine Art viertelstündige performative Intervention mit zwei Lkw und sechs Pkw geben.

Die Wiener Festwochen bieten im heurigen Jahr insgesamt 34 Produktionen aus den Genres Theater, Tanz, Musik und Performance. Aufgrund der Coronapandemie hat man sich entschieden, das Festival in zwei Etappen stattfinden zu lassen. Der erste Teil erstreckt sich von 3. Juni bis Mitte Juli, der zweiten von 24. August bis Mitte September.

 

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