Kultur
07/25/2022

"Wenn der Postmann zweimal klingelt": Regisseur Rafelson gestorben

Galt als einer der Vorreiter von New Hollywood und erfand die Serie um die Band "The Monkees" mit.

Der US-Regisseur, Autor und Produzent Bob Rafelson ist am Samstag mit 89 Jahren gestorben. Das teilte Micky Dolenz, SĂ€nger der Band "The Monkees", auf Twitter mit. Laut "New York Times" litt Rafelson an Lungenkrebs. Er galt als einer der Vorreiter des New Hollywood. In den 60er- und frĂŒhen 70er-Jahren gehörte er zu der Gruppe junger amerikanischer Filmemacher, die mit anspruchsvollen, unkonventionellen Kinoarbeiten fĂŒr frischen Wind in der Traumfabrik sorgten.

Sein grĂ¶ĂŸter Kassenerfolg war der Film "Wenn der Postmann zweimal klingelt" (1980) nach dem gleichnamigen Roman des US-Autors James M. Cain. In dem romantischen Thriller taucht die mittlerweile berĂŒhmte Sex-Szene von Jack Nicholson und Jessica Lange auf dem KĂŒchentisch auf - ein Auftritt, der im prĂŒden Amerika fĂŒr einige Aufregung sorgte.

Sechs Filme mit Jack Nicholson

Mit Jack Nicholson verband den in New York lebenden Rafelson eine enge Geschichte: Die beiden drehten insgesamt sechs Filme zusammen. "Was ich an der Arbeit mit Bob mag: Ich kann immer so unsentimental arbeiten, wie ich will", sagte Nicholson einmal.

Als Meisterwerk sehen Kritiker den avantgardistischen Streifen "Ein Mann sucht sich selbst" (1970), der zwei Oscar-Nominierungen einheimste. Er bildet zusammen mit "Der König von Marvin Gardens" (1972) und "Blood & Wine" (1996) eine bittere Familien-Trilogie, die autobiografische ZĂŒge trĂ€gt.

Erfand "The Monkees"

Rafelson, 1933 in New York geboren, hatte nach einem jahrelangen Abenteurerleben zunĂ€chst Philosophie studiert und dann als Autor beim Fernsehen angefangen. Mitte der 60er-Jahre "erfand" er mit einem Freund die jahrelang erfolgreiche TV-Serie um die Pop-Gruppe "The Monkees". Um diese Musiker drehte sich auch sein erster Film "Head" (1968; Drehbuch von Nicholson), der ihm die TĂŒren in Hollywood öffnete. Weitere gerĂŒhmte Streifen waren "Mister Universum" (1976), "Die schwarze Witwe" (1986) und "Land der schwarzen Sonne" (1990).

Doch trotz des Kritikerlobs blieb Rafelson ein Außenseiter. Er musste oft um seine Projekte kĂ€mpfen und hatte immer wieder lĂ€ngere Durststrecken zu ĂŒberwinden. 1979 wurde er wĂ€hrend der bereits laufenden Dreharbeiten zu dem GefĂ€ngnisfilm "Brubaker" hinausgeworfen und durch Stuart Rosenberg ersetzt, weil er einen Studiochef beim Setbesuch tĂ€tlich angegriffen hatte. Rafelson hinterlĂ€sst seine Frau Gabrielle und zwei Söhne.

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