Patricia Aulitzky über "Tod in Tirol": "Die Snackgurken waren gefroren"

Patricia Aulitzky über "Tod in Tirol": "Die Snackgurken waren gefroren"
Patricia Aulitzky ist zum dritten Mal als toughe Ermittlerin im Landkrimi Tirol zu sehen. Ab Montag, 2.2., auf ORF ON und am Dienstag auf ORF 1 (20.15 Uhr). Die Schauspielerin über den „arschkalten“ Dreh und erpresserische Möbelpacker.

„Tod in Tirol“ beginnt mit harter Kost. Der Schnee ist mit Blut getränkt. Drei offenbar getötete Menschen liegen nebeneinander, darunter auch Ermittlerin Lisa Kuen. Dann werden die Geschehnisse, die zu diesem eisigen Triptychon führten, erzählt.

In ihrem dritten Auftritt im Tiroler Landkrimi geht die von Patricia Aulitzky gespielte Figur – nach einer scheinbaren Suspendierung – undercover (siehe Infobox unten) und arbeitet in einem Boxklub. Patricia Aulitzky mag die Rolle „wahnsinnig gerne“ und freut sich, dass die Reihe fortgesetzt wird. „Weil sie schon eine exzeptionelle Figur in der Krimilandschaft ist.“ Im aktuellen Teil der Reihe habe Lisa „mehr aufgemacht in Richtung Freundschaft“ mit ihrem Kollegen Alex, gespielt von Dominik Raneburger. „Da war sie in den ersten beiden Teilen viel verschlossener, das reicht an die Grenze zum Asozialen. Sie hat nun aber gelernt, dass er jemand ist, dem sie wirklich vertrauen kann.“

Dass sie zum Schein ein neues Leben hat, müsse „glaubhaft rübergebracht werden“, sagt die Schauspielerin über die Szenen im Boxklub. „Ich hatte zwar nicht genug Zeit, so intensiv zu trainieren wie ich wollte, aber ich mochte die körperliche Herausforderung, in diese für mich ganz neue Welt einzutauchen und zu schauen, an welche Grenzen ich da gehen kann.“

Zwei Personen mit Boxhandschuhen stehen sich in einem Fitnessstudio gegenüber und trainieren konzentriert.

Undercover-Ermittlerin Lisa Kuen (Aulitzky, hier mit Jenny Relli), verdingt sich in einem Boxklub, um einen Drogenring zu sprengen.

Jogginganzüge und Kälte

Wobei Aulitzky die Entwicklung gerne genauer erzählt hätte: „Es gab eine Drehbuchversion, wo dieser Transformation mehr Zeit gegeben wurde. Jetzt wird diese Veränderung vor allem durch ihren Look unterstützt. Plötzlich trägt sie die Haare wie der Sohn der Drogenbaronin. Sie kriegt so eine Prolo-Matte und läuft in Jogginganzügen herum. Das hat natürlich super Spaß gemacht und ich fand es auch cool, anders zu gehen und zu essen.“

Der Dreh sei „einer der kältesten seit Langem“ gewesen, erzählt Aulitzky. „Es war arschkalt, wie der Tiroler sagen würde. Wir haben im Stubaital unter der Brücke gedreht, im Schatten, mit Wind. Es war eine Kälte, die kriegt man irgendwann nicht mehr raus. Selbst der Tee, der wärmen sollte, war kalt, die Snackgurken gefroren. Es war sogar kälter als es ausschaut.“

Ein Mann mit Mantel, kariertem Schal und brauner Ledertasche steht draußen vor einer winterlichen Landschaft.

Osttiroler Dominik Raneburger als Kollege Alex.

Voller Terminplan und Rendezvous mit Bär

Neuerdings ermittelt Aulitzky auch in einem anderen Bundesland, in „Die Toten von Salzburg“, spielt weiter in anderen TV-Reihen. Auch ein Musikprojekt wolle sie endlich angehen. Dennoch sei sie „sehr offen“ für Theaterangebote. Das Holocauststück „Nachschrift“ im Theater Hamakom wolle sie aber auf Eis legen: „Da muss ich zugeben, dass mir im Moment manchmal die Kraft fehlt, diesen heavy Stoff zu spielen, der mir viel abverlangt. Weil derzeit ohnehin so viele schlimme Sachen auf der Welt passieren“. Aber sie habe noch eine Idee für ein anderes Bühnenstück. „Da brauche ich jetzt ,nur‘ die Zeit, das zu schreiben“, meint sie lachend.

Wie es mit ihren Plänen, irgendwann selbst hinter der Kamera zu stehen, aussehe? „Ja, ich bin dabei“, sagt die gebürtige Salzburgerin. „Ich schreibe mit zwei verschiedenen Personen zwei Serien und ich habe einen Kurzfilm entwickelt. Aber wie hat Kate Winslet kürzlich so schön gesagt: Es ist nicht so, dass wir berufstätige Mütter weniger können als andere. Wir brauchen nur länger, weil wir daneben noch Kinder erziehen und eine Familie ernähren.“

Im Sommer sei sie mit der Familie fast einen Monat im VW-Bus durch Bulgarien und Rumänien gefahren. „Wir haben wunderschöne Plätze gefunden und in den Karpaten Bären gesehen.“

Zwei Frauen stehen an einer Theke, eine isst von einem Teller, die andere trägt eine Spitzenbluse und lächelt leicht.

Lisa Kuen (Aulitzky) beim Schlutzkrapfen essen.

Humor nicht verlieren

Was sie eingedenk der Weltlage optimistisch stimme? Aulitzky holt aus, berichtet von einem Umzug, wo sie auf Abzocker reingefallen sei: „Die Hälfte der Möbel war bereits eingepackt im Lkw. Dann kamen zusätzliche Forderungen: Wenn ich nicht mehr bezahle, in bar, nehmen sie den Rest nicht mit ... Ich war fertig mit den Nerven und habe zum ersten Mal persönliche Inhalte auf Instagram gepostet. Das Schöne an der Story: Leute, die ich nicht mal kenne, haben mir Hilfe angeboten und Tipps gegeben. Und einer hat geschrieben: ,Wir sind mehr, die Guten sind mehr.‘ Dieser Albtraum hatte also auch etwas Schönes. Man darf den Humor einfach nicht verlieren.“

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