Die Neue bei "Die Toten von Salzburg" Anbellen musste sie nur den Mur

Vier Erwachsene stehen nebeneinander, jeder mit unterschiedlichem Gesichtsausdruck und individueller Kleidung.
In der Krimireihe „Die Toten von Salzburg“ ermitteln jetzt wieder vier Hauptfiguren. Für Schauspielerin Patricia Aulitzky, die am Dreikönigstag (20.15 Uhr, ORF 2) einsteigt, ist es auch eine Art nach Hause kommen.

Vor drei Jahren hat sie bereits einmal „angemördert“ bei „Die Toten von Salzburg“. Patricia Aulitzky fasst so scherzhaft ihren Gastauftritt im Fall „Schattenspiel“ zusammen, wo sie nur scheinbar die Mörderin war. Aber was die auch in Deutschland viel beschäftigte Schauspielerin damals schon empfunden hatte: „Es war für mich, bei aller professioneller Arbeit, so ein bisschen wie Heimaturlaub. Wir haben damals im strahlenden Sonnenschein auf einem Stadtberg gedreht, haben die Pausen auf einer Wiese verbracht. Es war ein sehr familiäres Gefühl am Set und das fand ich wahnsinnig schön.“

Zwei Frauen unterhalten sich im Freien mit Blick auf eine Stadt und eine Burg vor Bergkulisse.

Mit ihrer Mutter (Dany Sigel) vor der Kulisse Salzburgs: die neue Kommissarin Ludovika "Lu" Frey (Patricia Aulitzky)

Nun verstärkt Aulitzky – vorerst für drei Jahre – das Salzburger Ermittlerteam. Es ist neben dem Landkrimi Tirol ihre derzeit zweite Krimihauptrolle im ORF – und auch hier ein nach Hause kommen: „Ich bin in Salzburg geboren und im Nonntal aufgewachsen. Mit zehn Jahren wurde ich dann nach Tirol versetzt. Ich empfinde es als Glück, jetzt in Tirol und in Salzburg zu ermitteln. Es ist schön, dass die Zusammenarbeit zwischen den TV-Kommissariaten so bundesländerübergreifend funktioniert“ sagt sie mit einem Lachen. „In Salzburg habe ich an allen Ecken Kindheitserinnerungen. Da kommt es beim Dreh schon vor, dass ich dort vorbeigehe, wo ich in den Kindergarten gegangen bin.“ Sie müsse nicht unbedingt dauerhaft hier leben, „aber ich komme extrem gern wieder hin für eine gewisse Zeit“.

Leichtigkeit

Was die neue Aufgabe für sie inhaltlich interessant macht? „Ich finde, was ,Die Toten von Salzburg‘ von vielen anderen Krimis unterscheidet, ist der Humor und diese Leichtigkeit, die da mitschwingt. Gerade im Gegensatz zur Tiroler Kommissarin, die sehr tough ist und in tiefe Themen versinkt, fand ich das schön zu spielen und diesen Unterschied herauszuarbeiten.“

Einen klaren Unterschied sieht die 46-Jährige auch zwischen Patricia Aulitzky und ihrer Rolle als Zielfahnderin Ludovika Frey: „Ich bin sehr freundschaftlich empfangen worden. Lu Frey hat da ein bisschen mehr Probleme, weil sie eine Hassliebe zu Salzburg hat. Sie kommt aufgrund familiärer Dinge wegen ihrer Mutter zurück, will das aber nicht so wirklich. Da prallt ein sehr internationaler Background auf Lokalkolorit.“

Das bezieht sie auch auf die Dialoge mit dem bayerischen Kollegen Hubert Mur (gespielt von Michael Fitz): „Sie und der Mur müssen sich erst mal beschnuppern und Grenzen abstecken, vielleicht auch einmal anbellen, um zu schauen, wer lauter bellt. Es macht, so hoffe ich, auch die Komik aus, dass es diese Reibungspunkte gibt. Ich als Patricia musste am Set niemanden anbellen, um meinen Platz zu behaupten.“

"Frischer Wind"

Der Gegensatz zu Mur sollte durch die Rolle der Lu geschärft werden, bestätigt Aulitzky. Sie hatte die Gelegenheit, ihre Figur, „die auch frischen Wind reinbringen soll, mitzuentwickeln.“ Im Austausch mit Regisseur Erhard Riedlsperger, der Produktion (Satel Film) und mit Drehbuchautor Stefan Brunner habe sie unter anderem eingebracht, „dass die Konstellation mit Mur noch viel schärfer werden kann“.

Zwei Personen sitzen an einem Tisch in einem Café, vor ihnen liegen Akten, Tassen und eine Kanne.

Die Neue im Café Bazar: „Gerade diese Dialoge mit dem Michi Fitz liebe ich. Beim Proben fallen uns da manchmal noch Sachen ein.“ 

Kein Anzicken

An der Konstellation mit der Salzburger Kollegin Irene Russmeyer (Fanny Krausz), findet sie „modern und positiv, dass hier Frauen mal nicht als die gezeigt werden, die sich gleich anzicken. Einerseits ist das einfach auch nicht immer so, und anderseits haben wir das hundertmal gesehen. Ich finde es sehr stark, dass wir das hier anders erzählen. Da sind zwei Frauen, die sich verstehen und sich auf Augenhöhe befreunden.“

Ermittelt wird in „Die letzte Reise“ rund um einen Fremdenführer mit Doppelleben, der im Salzbergwerk Dürrnberg just auf der unterirdischen Grenzlinie zwischen Österreich und Bayern tot aufgefunden wird. Eine Vorlage für Grenzstreitigkeiten mit Mur.

Mehrere Personen stehen und hocken in einem beleuchteten Tunnel um eine am Boden liegende leblose Person.

Leichenfund an der unterirdischen Grenze im Bergwerksstollen.

Russmeyer treibt in dieser Folge ihre musikalischen Ambitionen voran. Ob da schon ein weiterer Ausstieg (nach dem skandalbedingten Aus für Florian Teichtmeister im Jahr 2023) vorbereitet wird?

Patricia Aulitzky meint nur: „Das müssen sie die Produzenten fragen, die neuen Bücher kenne ich leider noch nicht.“ Im Frühjahr werde jedenfalls wieder gedreht.

Zwei Männer küssen sich in festlicher Umgebung mit Kerzen, Blumen und romantischer Beleuchtung.

Auf einem Wellness-Seminar befindet sich Hofrat Seywald (Erwin Steinhauer) mit seinem René (Michael Schönborn). Dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung in einer großen ORF/ZDF-Krimireihe thematisiert wird, findet sie „super, wurde höchste Zeit. Das ist auch endlich eine Anteilnahme am modernen Leben, das um uns herum stattfindet. Und ich finde es auch erfrischend, dass es eher nebenbei erzählt wird, als etwas Normales. Es ist kein Film, wo es explizit um eine queere Beziehung geht, sondern wird einfach erzählt als ein Konzept von vielen, wie Menschen zusammenleben.“

Rutschpartie mit Unterhose

Etwas kurios sei der Dreh einer „rasanten Action-Verfolgungsjagd-Rutschpartie“ im Bergwerk verlaufen, wie sie erzählt: „Ich sollte da megacool als Kommissarin runterrutschen. Aber ich hatte eine sehr enge Latexhose an und die ist einfach nicht gerutscht. Ich habe also eine - saubere - Unterhose eines Kollegen darüber angezogen und es hat funktioniert. Aber statt megacool hat es sich für mich eher so angefühlt, als ob alle glauben, dass ich mir gerade in die Hose gemacht hätte“, meint sie lachend.

Keine Sorge, im Film ist die Unterhose dank Gleichfarbigkeit nicht zu sehen.

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