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Was für ein Theater im Theater: „Nackter Wahnsinn“ in Kobersdorf begeistert

Wolfgang Böck bringt heuer Michael Frayns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ in Kobersdorf.
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Bravo-Rufe, Applaus, der nicht enden will, begeisterte Menschen, die sich am Weg zum Parkplatz über die Slapstick-Einlagen auf der Bühne austauschen und nicht sofort den Stand von Frankreich gegen Schweden bei der Fußball-WM abrufen.

Was kann man von Sommertheater mehr verlangen?

Wolfgang Böck hat in der 23. Ausgabe seiner Intendanz den Komödienklassiker „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn (1992 mit Michael Caine verfilmt) angesetzt. 

Es geht darin um eine Schauspielertruppe, die eine Komödie aufführen will.

Das Theater spielt sich also selbst. Im Zentrum steht der pure Slapstick. Türen öffnen und schließen sich, immer treten ausgerechnet die Figuren auf, mit denen niemand rechnet. Ein Kaktus wird zur Waffe, ein Wischmopp zum Partner, Treppen werden zum Verhängnis. So etwas zu spielen, ist sehr schwierig. Das wird auch im Stück vorgeführt. Erich Uiberlackner (Bühne) hat ein gediegenes Haus entworfen, das auf der Hinterseite das Innere des Theaters zeigt. Ständig müssen alle fließend zwischen Spiel und Spiel im Spiel changieren.

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Wie schwierig das ist, führt Claus Tröger in seiner Inszenierung vor. Er zeigt das Ringen um das richtige Timing und das ideale Tempo. Das erklärt, warum die Komödie etwas langsam zündet, aber dann Fahrt aufnimmt. Frayn lässt kein Klischee aus. Alles, was man so vom Theater hört, hat er in sein Stück gepackt. Geldnot, Alkohol, Frust und Eifersucht. Dotty, die einmal ein großer Star war, hat ihre Ersparnisse in die Produktion gesteckt, um sich wieder einmal in Szene zu setzen. Ein Regisseur hat ein Verhältnis mit seiner Assistentin und will trotzdem die Schauspielerin Vicki verführen.

Gespielt wird mit absoluter Hingabe. Wolfgang Böck verkörpert den betagten Selsdon, der einen Einbrecher spielt, mit der richtigen Dosis Sarkasmus. Jens Claßen zeigt authentisch einen genervten Regisseur, Alexandra-Maria Trimmel setzt sich als Dotty gut in Szene, Boris Popovic ist ein talentierter Slapstick-Künstler, Jo Bertl (Poppy) und Marie-Cécile Nest (Vicki) treten als selbstbewusste junge Frauen auf. Sophie Prusa, Mirko Roggenbock, Walter Ludwig komplettieren die gute Ensemble-Leistung.

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