© ORF/Roman Zach-Kiesling

Nachtkritik
09/18/2020

Sommernachtskonzert 2020: Patschenkino statt Party im Park

So war das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker mit Gergiev und Kaufmann,

von Peter Jarolin

September statt Mai, 1.250 statt 100.000, Couch statt Park, Fernsehen statt Schönbrunn – das traditionelle Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker war coronabedingt 2020 doch ein bisschen anders als in den vergangenen Jahren.

Zwar waren in Schönbrunn 1.250 Besucher unter strengen Sicherheitsauflagen zugelassen, dafür war der Schlosspark für Spaziergänger eine Stunde vor Konzertbeginn gesperrt. Und für die meisten Liebhaber der klassischen Musik hieß es ohnehin: Patschenkino statt Party. Dabei wäre gerade das diesjährige Motto wohl bei vielen live noch besser angekommen.

Denn musikalisch ging es bei den Wiener Philharmonikern um die „Liebe“. Mit Valery Gergiev stand einer der Lieblingsdirigenten des Orchesters am Pult; mit Tenor Jonas Kaufmann gab ein veritabler Publikumsliebling sein Schönbrunn-Debüt.

Ein mit Spannung erwartetes Debüt, das dank der live-zeitversetzten Übertragung durch ORF 2 (und EU) doch noch von einem breiten, auch internationalen Publikum gesehen werden konnte.

Postkarten via Probleme

Und was sah oder hörte man? Man sah sehr schöne Bilder aus Schönbrunn: Park, das erleuchtete Schloss, die sich im Wasser spiegelnde Gloriette, natürlich auch die Bühne mitsamt allen Protagonisten. Jedoch hörte man vor allem zu Beginn (Vorspiel und Rosenüberreichung aus der „Rosenkavalier-Suite“) vor allem ungewohnte Tonprobleme, sodass man Angst um sein TV-Gerät bekommen musste. Da wird wohl für den CD- und DVD-Markt nochmals nachgebessert werden müssen.

Sonst aber überzeugten die „Love Musiv“ aus Wagners „Tristan“ im Arrangement von Leopold Stokowski, die Barkarole aus Offenbachs „Hoffman“ oder das Scherzo aus Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“. Fein, dass die Wiener Philharmoniker unter der starken Leitung von Gergiev auch bei der Suite aus Doktor Schiwago von Maurice Jarre und dem Adagio aus Chatschaturjans Ballett „Spartacus“ ihr so hohes Können ausspielten.

Jonas Kaufmann? Der Tenor bewies mit Massenets „Werther“, Kálmáns „Gräfin Mariza“ und Puccinis „Turandot“, dass er nach einer Krise wieder auf dem Zenit seiner Gesangskraft ist. Höhen und Jubel inklusive.

 

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