© EPA/ALESSANDRO DI MARCO

Kultur
05/13/2022

So wird das Song-Contest-Finale: Die Ukraine und ihre Mitbewerber

Ukraine ist haushoher Favorit, drei Länder könnten zum musikalischen Sieger werden (Von Markus Spiegel).

25 Länder sind morgen Abend in Turin beim größten Musikevent der Welt beteiligt, davon haben vier reelle Chancen auf den Sieg. Neben dem haushohen Favoriten Ukraine mit einer noch nie dagewesenen Quote von 1,20 sind das Italien, Schweden und England mit Quoten zwischen 7 bis 13.

Der ukrainische Sänger Oleh Psiuk vom Kalush Orchestra: „Jeder Sieg der Ukraine bei einem Wettbewerb ist derzeit auch ein Sieg über Russland.“ Das ist eine nach ESC-Statut regelwidrige politische Ansage. Beim Voting sind Solidaritätsbekundungen der Zuschauer und der Fachjury sicher zu erwarten. Das Ausmaß wird sich weisen. Der Song „Stefania“ ist ein interessanter Song mit verschiedenen Stilelementen, aber kein Siegertitel, kein Ohrwurm, auch kein Sommerhit.

Sollte tatsächlich die Ukraine gewinnen, ist der Zweitplatzierte der eigentliche musikalische Sieger. Bei aller Hoffnung auf Frieden ist unter den jetzigen Voraussetzungen eine sichere Austragung des Songcontests 2023 in Kiew unmöglich.

Neu auf der Bühne sind heute die sogenannten „Big Five“-Länder, die sich nicht qualifizieren mussten, da sie die größten Beitragszahler der EBU (European Broadcasting Union) sind. England ist bereits auf dem 2. Platz bei den Buchmachern. Die BBC nimmt den ESC wieder ernst und hat sich mit dem Team der erfolgreichen Sängerin Dua Lipa verbündet. Resultat: Der selbstsichere, stimmgewaltige Sam Ryder präsentiert den perfekt gebauten Song „Space Man“.

Frankreich hat hingegen mit Alvan & Ahez („Fulenn“) nicht die geringsten Chancen. Sänger Alvan über den atypischen Beitrag: „Frauen sollen sich körperlich frei fühlen“.

Diese Aufforderung nimmt die spanische Gruppe Chanel („SlowMo“) wörtlich. Opulenter Sex, viel Haut. Fürs Ohr ein Schwachsinn sondergleichen.

Deutschland wird dieses Jahr mit Malik Harris („Rockstars“) kaum Beachtung finden.

Hingegen haben Mahmood & Bianco („Brividi“) aus Italien die volle Aufmerksamkeit: ein Liebeslied zweier Männer.

Nachdem Österreich nunmehr dreimal in Folge am Finaleinzug gescheitert ist, erklärte ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz: „Vorschläge sind ab sofort willkommen.“ Bitte sehr: Es gibt einen ganz hervorragenden Sänger, nämlich den diesjährigen Sieger von „Starmania“ Stefan Eigner. Bei ihm können wir exzellenten Gesang wie auch Interpretation erwarten.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare