Salzburger Festspiele: Markus Hinterhäuser vor dem Aus als Intendant

Intendant sollte dem Kuratorium bekanntgeben, ob er noch die Ausgabe 2027 abwickelt. Dieses Ultimatum ließ er verstreichen.
SALZBURGER FESTSPIELE: ?VORSTELLUNG DER NEUEN PRÄSIDENTSCHAFT? / HINTERHÄUSER

Markus Hinterhäuser steht offenbar vor dem Aus als Intendant der Salzburger Festspiele. Der Intendant hat der Aufforderung des Kuratoriums nicht Folge geleistet, bis vergangenen Freitag bekanntzugeben, ob er noch die Ausgabe 2027 abwickeln will, hieß es am Montag zum KURIER. Damit ist dieses Angebot dem Vernehmen nach hinfällig - und seine Amtszeit endet wie sein ursprünglicher Vertrag mit 30. September. 

Eine zuvor vereinbarte Vertragsverlängerung (unterschrieben 2024 vom damaligen Landeshauptmann und von Hinterhäuser) bis 2031 sieht das Kuratorium bekanntermaßen als hinfällig an. Man führte eine "Wohlverhaltensregel" als Grund an. Eine Sitzung war zuletzt eskaliert. Am Freitag soll nun formell über die Zukunft Hinterhäusers entschieden werden.

"Er hat uns richtig provoziert und dann sogar verlangt, dass sich die Landeshauptfrau (Karoline Edtstadler) und der Bürgermeister (Bernhard Auinger) für ihre Äußerungen in den Medien entschuldigen", hieß es nach der Sitzung aus dem Kuratorium. Jede Wortmeldung sei umgedreht worden. Letztlich habe er sogar bestritten, selbst Fehler begangen zu haben, "was er zuvor in seinem vorgelesenen Statement selbst eingeräumt hatte". Daraufhin habe man nach fast fünf Stunden die Sitzung unterbrochen und will sie am 20. März wieder aufnehmen. Bis dahin soll sich Hinterhäuser entscheiden, ob er das Angebot annehmen will.

Entfacht war der Streit an der Wahl der neuen Schauspieldirektion. Das Kuratorium warf Hinterhäuser vor, eine Ausschreibung nicht genügend gewürdigt zu haben.

Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), die heuer turnusmäßig den Vorsitz im Gremium führt, hatte nach der Sitzung betont, dass das Kuratorium "geschlossen" der Ansicht sei, dass der Intendant Bedingungen zur Fortsetzung seines Vertrages über den 30. September hinaus nicht erfüllt habe. Aber: "Wir haben dem Intendanten ein Angebot gemacht, das sicherstellen sollte, dass es im Sinne der Salzburger Festspiele eine gute Lösung gibt, um einen guten Übergang zu schaffen." Dieses Angebot nun ist offenbar hinfällig.

Damit sind die Salzburger Festspiele auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Leitung.

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